Hessen – „Ein tiefer Einschnitt“

„Ich bin erschüttert über dieses unfassbare Verbrechen in Hanau, das sprachlos macht.“ Mit diesen Worten reagierte Ministerpräsident Volker Bouffier auf die Gewalttat in Hanau. Gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Oberbürgermeister Claus Kaminsky nahm er am gestrigen Donnerstag an einer Trauerfeier in Hanau teil.

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Ministerpräsident Volker Bouffier
Ministerpräsident Volker Bouffier

Bouffier sprach von einem „Tag der Trauer“ und einem „tiefen Einschnitt“. „Dies ist ein Tag des Schreckens, ein Tag des Grauens. Es ist etwas geschehen, das eigentlich unfassbar ist. Die Dimension dessen, was den Opfern und ihren Angehörigen widerfahren ist, ist so groß, dass es schwer ist, richtig und angemessen zu reagieren. Manchmal versagt die Sprache, ist man fassungslos.

Wir verneigen uns im Respekt vor den Opfern und zeigen den Angehörigen, dass sie nicht allein sind. Mein zutiefst empfundenes Mitgefühl gilt den Familien, Angehörigen und Freunden der Opfer. Auch die Menschen in Hessen denken heute alle an die Opfer und Angehörigen. Dieses Mitgefühl möge ihnen ein Trost sein. Die Gewalttat verändert alles, nicht nur für die Stadt, sondern auch für das Land.

Ich möchte allen Menschen sagen, auch und gerade denen, die vielleicht anders aussehen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, Menschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben: Ich weiß, dass Sie jetzt Angst haben. Ich möchte Ihnen sagen, ich verstehe das. Niemand soll in Angst leben müssen. Aber umso mehr gilt, dass wir alles tun, alles was wir können, um gegen Rassismus, Hetze und Hass anzukämpfen. Wir müssen zusammenstehen. Wir treten denen entgegen, die die durch Hass und Ausgrenzung die Gesellschaft verändern wollen. Dies ist ein Angriff auf uns alle, auf unsere freiheitliche Demokratie. Wir werden keinen Millimeter preisgeben von dieser freiheitlichen Demokratie.“

Bouffier dankte Bundespräsident Steinmeier sowie Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht dafür, dass sie nach Hanau gekommen waren. Auch die Mitglieder des hessischen Kabinetts hatten am Tag nach dem Anschlag die Stadt besucht.

Beuth: „Geschlossen gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit“

Innenminister Peter Beuth hatte zuvor erklärt: „Angesichts der derzeit vorliegenden Erkenntnisse müssen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv und einem Anschlag auf unsere freie und friedliche Gesellschaft ausgehen, den ich aufs Schärfste verurteile. Als Demokraten müssen wir nun geschlossen gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit zusammenstehen.“

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