Stromsperren entgegenwirken

Hessen tritt für einen höheren Schwellenwert ein, ab dem eine Stromsperre verhängt wird. „Wer seine Stromrechnung nicht bezahlen kann, dem wird der Saft abgedreht“, sagte Verbraucherschutzministerin Priska Hinz. „Ohne Licht, ohne Internet, ohne Waschmaschine, ohne Möglichkeit zu kochen, wird eine sowieso schon schwierige Situation noch einmal verschärft. Jährlich sind mehr als 300.000 Haushalte von solchen Stromsperren betroffen. Wir wollen, dass Bürgerinnen und Bürgern, die mit finanziellen Problemen kämpfen, nicht noch mehr Steine in den Weg gelegt werden. Deshalb bringen wir diese Woche einen entsprechenden Antrag bei der Verbraucherschutzministerkonferenz ein. Aus unserer Sicht braucht es einen höheren Schwellenwert, ab dem eine Stromsperre verhängt wird, außerdem sollten die Regelungen bei Härtefällen und für Ratenzahlungen erweitert werden. Dazu fordern wir die Bundesregierung auf.“ Bereits ab einem Zahlungsrückstand von 100 Euro darf ein Grundversorger die Energielieferung unterbrechen. Dieser Schwellenwert wurde trotz steigender Preise seit 15 Jahren nicht mehr angepasst. In Anbetracht der verhältnismäßig hohen Stromkosten kann ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 4.500 Kilowattstunden heutzutage bereits bei einem Zahlungsverzug in Höhe von nur einem einzigen Monatsabschlag in eine Sperrsituation geraten.

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