Sprache ist Schlüssel zum schulischen Erfolg

Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, haben die herausragende Bedeutung der deutschen Sprache betont.

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Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt

„Sprachliche Bildung ist das Fundament für die Bildung insgesamt, erklärten Lorz und Kaehlbrandt. „Das Beherrschen der Grundlagen und auch Feinheiten unserer Sprache ist entscheidend für das Erschließen weiterer Bildungsinhalte. Sprachliche Bildung und Sprachförderung sind somit der Schlüssel zum schulischen Erfolg und tragen damit zur Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit bei.“ Lorz und Kaehlbrandt informierten sich jetzt über den Wiesbadener „Deutschsommer“ – einem gemeinsamen Kooperationsprojekt von Kultusministerium und Stiftung.

„Deshalb legen wir in Hessen auch so viel Wert auf die Sprachförderung und haben dafür in den vergangenen Jahren ein schulisches Gesamtsprachförderkonzept für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache entwickelt, das kontinuierlich ausgebaut und ergänzt wurde“, erklärte Lorz. „Gerade im Einwanderungsland Deutschland müssen wir eine Sprache als verbindendes Element sprechen können. Dazu ist – zusätzlich zur Schule – der Einsatz vieler erforderlich: Elternhäuser, Vereine, Stiftungen, Medien, Unternehmen“, hob Kaehlbrandt hervor. „Denn die Bildungssprache erfordert langjährige Übung. Ihre Vermittlung muss deshalb als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden.“

„Deutschsommer“ Beispiel für öffentlich-private Kooperation

An der Adalbert-Stifter-Schule in Wiesbaden findet in den ersten drei Ferienwochen für 27 Kinder aus der Landeshauptstadt der sogenannte „Deutschsommer“ statt. Die Drittklässler kommen von sieben Wiesbadener Grundschulen und stärken in diesem Programm auf spielerische und gleichzeitig sehr systematische Art und Weise ihre Deutschkenntnisse bei der Erarbeitung eines Theaterprojekts. „Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat sich die Deutsch-Förderung auf die Fahnen geschrieben“, betonte Kaehlbrandt. „Der Deutschsommer unterstützt diejenigen Grundschüler, die besonderen sprachlichen Förderbedarf haben. Dazu nutzen wir die Hälfte der Sommerferien. Die Kinder verbessern spielerisch ihre Deutschkenntnisse, denn wir verbinden Sprachunterricht und Theaterspiel. Die Kinder erleben, dass sie sich sprachlich verbessern können. Das stärkt ihre sprachliche Bewusstheit und ihr Selbstbewusstsein. Und gestärkt kommen sie dann auch wieder in ihre Schulklasse in dem für sie besonders wichtigen 4. Schuljahr zurück. Besonders freuen wir uns über den Schulterschluss mit dem hessischen Kultusministerium. In dieser fruchtbaren öffentlich-privaten Partnerschaft haben wir gemeinsam schon eine Menge erreicht.“

Lorz und Kaehlbrandt zeigten sich einig in ihrer Einschätzung, dass die Bedeutung der Bildungssprache Deutsch gar nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Gerade vor dem Hintergrund, dass in Hessen der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund bei den unter Sechsjährigen mittlerweile über 50 Prozent liege, dürften Schule und Gesellschaft in ihren Anstrengungen nicht nachlassen. „Gemeinsam wollen und müssen wir daran weiterarbeiten, dass alle Kinder durch den Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen gemäß ihren individuellen Begabungen die gleichen Chancen für schulischen Erfolg haben.“

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