Naturschutz, Ökolandbau und WLAN-Hotspots

Auf ihrer Sommertour eröffnete Umweltministerin Priska Hinz die bundesweiten Öko-Feldtage auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen und gab die Wiedereinführung des Programms „Vielfältige Ackerkulturen“ bekannt. Zuvor hatte sich die Ministerin über die Renaturierung des Quellsumpfes in Dreisbach informiert. Außerdem hatte Hinz zwei der neuen Orte im Dorfentwicklungsprogramm besucht und einen Förderbescheid für „Digitale Dorflinden“ im Lahn-Dill-Kreis übergeben.

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Umweltministerin Priska Hinz
Umweltministerin Priska Hinz

Öko-Feldtage auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen

Bei einem Rundgang über das 20 Hektar große Veranstaltungsareal auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen informierte sich die Ministerin über Innovationen im Ökolandbau. Zeit für einen fachlichen Austausch bot das anschließende Dialogforum mit dem Agrarexperten Felix Prinz zu Löwenstein.

Auf der Veranstaltung am 3. und 4. Juli wurden zwischen 10.000 bis 15.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Über 350 Aussteller – also rund 87 mehr als im letzten Jahr – präsentierten ihre Arbeit und Produkte. „Das Interesse von Landwirten und der Bevölkerung am Ökolandbau steigt deutlich von Jahr zu Jahr“, erklärte Hinz. Die Bedeutung des Ökolandbaus belegen auch folgende Zahlen: Seit 2013 ist die Ökoanbaufläche um fast 50 Prozent gestiegen. Mit 14,5 Prozent ist Hessen mittlerweile Spitzenreiter im Ökolandbau. 2.250 Betriebe produzieren auf 112.500 Hektar Anbaufläche ökologische Produkte. „Das haben wir unter anderem mit dem Ökoaktionsplan geschafft, den wir 2014 eingeführt haben“, so Hinz. „Wir kommen unserem Ziel, bis 2025 einen Flächenanteil für den Ökolandbau von 25 Prozent zu erreichen, immer näher.“

Förderprogramm „Vielfältige Ackerkulturen“

Ein weiterer Erfolg für die nachhaltige Landwirtschaft: Das Umweltministerium hat das Förderprogramm „Vielfältige Ackerkulturen“ wiedereingeführt. Landwirte können bis Oktober ihre Anträge für das kommende Jahr stellen. „Die hessischen Landwirtinnen und Landwirte erhalten von uns finanzielle Unterstützung, wenn sie mindestens fünf Kulturen – davon eine Eiweißkomponente – anbauen“, erläuterte Hinz. „Damit wird auf natürliche Weise Pflanzengesundheit und Biodiversität gefördert. Obendrein leistet eine solche Fruchtfolge einen Beitrag zum Gewässerschutz, da Eiweißkulturen selbst kaum gedüngt werden müssen und sogar Stickstoff im Boden anreichern für nachfolgende Kulturen, sodass der Einsatz von Stickstoffdünger deutlich reduziert werden kann.“

Renaturierung des Quellsumpfes in Dreisbach

„Quellsümpfe im Grünland sind meist unscheinbare, aber für die biologische Vielfalt wertvolle Biotope. Der Quellsumpf in Dreisbach gehört mit seiner Vegetation zu den am stärksten gefährdeten Biotopen in Hessen“, erklärte Hinz. „Der BUND Hessen, der Naturschutzring Ehringshausen und der Landschaftspflegeverband Lahn-Dill machen sich gemeinsam dafür stark, den geschädigten Quellsumpf in Dreisbach wieder in seinen natürlichen Zustand zu versetzen. Das Land unterstützt dies mit rund 22.000 Euro aus Mitteln der Umweltlotterie GENAU.“ Die Revitalisierung des Quellsumpfes in Dreisbach zeige, welche Bedeutung das ehrenamtliche Engagement in Naturschutzverbänden und die Landschaftspflegeverbände für den Naturschutz haben.

Aufnahme neuer Städte und Gemeinden in das Dorfentwicklungsprogramm

„Mit der Dorfentwicklung fördern wir gezielt die ländlichen Regionen in Hessen“, stellte die Ministerin fest. „Mit der Landesförderung werden Ortskerne durch Sanierung und Neubauten wieder attraktiver. Lebensmittelgeschäfte, Dorfcafés, Treffs und kulturelle Angebote entstehen und sorgen für ein aktives Leben in den Gemeinden. Wir nehmen in diesem Jahr sieben weitere hessische Kommunen in das Programm auf.“ Es handelt sich um:

• Stadt Bensheim (Bergstraße)
• Gemeinde Mühltal (Darmstadt-Dieburg)
• Gemeinde Driedorf (Lahn-Dill)
• Gemeinde Dornburg (Limburg-Weilburg)
• Stadt Bad König (Odenwald)
• Gemeinde Meissner (Werra Meissner)
• Stadt Münzenberg (Wetterau)

Umweltministerin eröffnet WLAN-Hotspots

Auch im Lahn-Dill-Kreis laden zukünftig „Digitale Dorflinden“ zum Verweilen ein. Sie tragen als kommunale WLAN-Hotspots (Wireless Local Area Network) zur Attraktivität öffentlicher und touristischer Standorte bei. Die Ministerin hat gemeinsam mit Landrat Wolfgang Schuster die ersten beiden von insgesamt zehn digitalen Dorflinden in Betrieb genommen. Grundlage war der erst kürzlich abgeschlossene Breitbandanschluss der Grube Fortuna. Die Fördersumme beträgt insgesamt 10.000 Euro. „Wir haben heute einen doppelten Anlass zu feiern“, so Hinz. „Wir nehmen heute die ersten beiden von insgesamt drei öffentlichen WLAN-Dorflinden auf der Grube gemeinsam in Betrieb und feiern zugleich den nun abgeschlossenen Anschluss an das Gigabitnetz, ohne den das alles nicht möglich wäre. Im Rahmen des Erweiterungsprojekts der Lahn-Dill-Breitband ist die Grube Fortuna die erste Einrichtung im Lahn-Dill-Kreis, die einen betriebsbereiten Glasfaseranschluss erhalten hat.“

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