Mit angepasster Waldbewirtschaftung der Klimakrise begegnen

Umweltministerin Priska Hinz hat den Waldzustandsbericht 2019 vorgestellt. Danach hat die mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten den höchsten Wert seit 1984 erreicht.

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Umweltministerin Priska Hinz
Umweltministerin Priska Hinz

„Der aktuelle Zustand des Waldes verdeutlicht uns einmal mehr: Der Klimawandel ist in Hessen angekommen“, sagte Hinz. „Das Jahr 2019 war bislang zu trocken und zu warm, der Borkenkäfer konnte sich massenhaft vermehren, viele junge Pflanzen sind abgestorben. Stürme und Waldbrände haben den Wäldern zusätzlich geschadet.“

Um den Gesundheitszustand von Bäumen zu beurteilen, ist die Verlichtung der Baumkrone ein wichtiger Indikator. Bei gesunden Bäumen mit einer dichten Krone ist der Wert für die Kronenverlichtung gering. „Nach den Ergebnissen der diesjährigen Waldzustandserhebung ist die mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten und Altersstufen um drei Prozentpunkte auf 27 Prozent angestiegen“, berichtete Hinz. „Das ist der der höchste Wert seit 1984. Auch die Absterberate und der Anteil starker Schäden weisen die höchsten Werte der langen Zeitreihe auf.“

Die Kronenverlichtung bei den älteren Buchen, Eichen und Kiefern bleibt ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Aber erstmals sind vermehrt abgestorbene Buchen aufgetreten und auch weitere Merkmale wie der Anteil kleiner bzw. eingerollter Blätter deuten auf eine erhebliche Stresssituation bei der Buche hin. Ausgelöst durch die anhaltende Trockenheit und Wärme kam es an der Fichte zu erheblichen Borkenkäferschäden. Auch an Buche, Kiefer und Lärche traten verschiedene Käferarten in großer Anzahl auf. Die besondere Witterungssituation löste darüber hinaus stärkere Absterbeerscheinungen durch Pilze aus.

Dank für großes Engagement

Diese Situation bedeute eine hohe Belastung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hessen Forst, so Hinz. „Sie setzen sich jeden Tag für einen gesunden Wald ein. Klar ist, dass es dafür eine gute Personalausstattung braucht. Deshalb haben wir die Personalvereinbarung 2025, in dem ein Personalabbau bis 2025 vorgesehen war, zunächst gestoppt und werden sie evaluieren. Das heißt es werden keine weiteren Stellen abgebaut und kein Revier wird aufgelöst.“

„Nur mit einer angepassten Waldbewirtschaftung können wir dem Klimawandel etwas entgegensetzen“, so Hinz. „Klimaangepasste Mischwälder mindern das Risiko des großflächigen Waldsterbens, denn sie sind deutlich widerstandsfähiger. Außerdem dienen sie als lebenswichtiger CO2-Speicher.“ Deshalb hat die Landesregierung einen 12-Punkte-Plan für einen klimastabilen Wald der Zukunft auf den Weg gebracht und stellt von 2019 bis 2023 insgesamt 200 Millionen Euro Landesmittel für den Waldschutz und Wiederaufbau des Waldes bereit. Dazu gehört die Folgen aus Sturm, Dürre und Borkenkäferkalamität über alle Besitzarten hinweg zu bewältigen.

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