Lebensbedingungen weiter verbessern

Umweltministerin Priska Hinz hat Hessens Plan für die ländlichen Räume vorgestellt. Der Aktionsplan „Starkes Land – gutes Leben“ bündelt erstmals alle Instrumente und Maßnahmen der Landesregierung, die speziell der Förderung der ländlichen Räume zugutekommen.

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Umweltministerin Priska Hinz
Umweltministerin Priska Hinz

„Mit der Corona-Pandemie ist eine neue Sehnsucht nach einem Leben auf dem Land entfacht“, sagte Hinz. „Fernab der städtischen Enge bietet es großzügigen Raum für Familienleben und generationenübergreifendes Zusammensein. Digitale Vernetzung ermöglicht zudem gleichwertige berufliche Entfaltung. Und schließlich entdecken im Lockdown immer mehr Menschen ihre nähere Heimat neu. Sie erleben dabei eine breite Palette an Freizeitmöglichkeiten inmitten wunderschöner hessischer Landschaften. Die Hälfte der hessischen Bevölkerung lebt schon heute auf dem Land – und das gerne. Damit dies so bleibt und noch mehr jüngere Menschen und Familien dort eine Zukunft sehen, wollen wir die Lebensbedingungen weiter verbessern. Der Aktionsplan ‚Starkes Land – gutes Leben‘ beschreibt konkret, was wir tun wollen, um ländliche Räume zu stärken und weiterzuentwickeln. Er nimmt mit neun Handlungsfeldern alle wichtigen Bereiche in den Blick: von der guten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr über schnelle Internetverbindungen, flächendeckende medizinische Versorgung, Geschäfte des täglichen Bedarfs bis hin zu lebendigen Ortskernen. Der Aktionsplan ist zugleich eine Einladung an die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, ihre Heimat mit zu gestalten und die Fülle von Förderungen zu nutzen, um ihre Vorstellungen von der Zukunft der ländlichen Räume wahr werden zu lassen.“

Rund 1,2 Milliarden Euro sollen investiert werden

„Unser Aktionsplan für die ländlichen Räume kommt genau zum richtigen Zeitpunkt!“, ergänzte Hinz. „Laut einer aktuellen Befragung kann sich jede und jeder Fünfte einen Umzug in die Ländlichen Räume vorstellen. Die Erfahrungen, die Menschen gerade jetzt im Homeoffice machen, bestärken viele in ihrem Wunsch außerhalb großer Städte zu leben. Wir möchten mit dem Aktionsplan diese Entwicklung aufgreifen und die Ausweitung von Homeoffice, Co-Working und mobilem Arbeiten auch nach der Pandemie unterstützen. Mehr mobiles Arbeiten verringert das Pendeln, es belebt die Orte, es verbessert Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ist damit gut für Mensch und Umwelt.“

Der Aktionsplan „Starkes Land – gutes Leben“ bündelt erstmals in neun Handlungsfeldern alle Instrumente und Maßnahmen der Landesregierung, die speziell der Förderung der ländlichen Räume zugutekommen. 2020 wurden rund 1,2 Milliarden Euro Landesmittel in die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse investiert. Auch 2021 sollen Mittel auf gleichem Niveau zur Verfügung stehen.

Neun Handlungsfelder für ein starkes Land:

► Ländliche Räume gemeinsam gestalten
Die Landesregierung fördert die Belebung von Ortskernen. Ab Februar läuft die diesjährige Bewerbungsphase für das Programm der Dorfentwicklung. In 2021 stehen knapp 32 Millionen Euro dafür zur Verfügung. Auch die Städtebauprogramme werden zukünftig gezielt die ländlichen Räume in den Blick nehmen. Mit einem Sonderprogramm zur Stärkung von Gaststätten werden von 2021 bis 2023 knapp 10 Millionen Euro bereitgestellt.

► Unterwegs in ländlichen Räumen: Mobilität
Die Ausweitung von Bus-, Bahn- und Radfahren sowie die Etablierung von Elektromobilität im ländlichen Raum wird gefördert. Das Fachzentrum Mobilität im ländlichen Raum begleitet zukunftsweisende Mobilitätskonzepte.

► Gute Verbindung: digitale Infrastruktur ausbauen
Der Breitbandausbau hat für die Landesregierung hohe Priorität. So werden mobiles Arbeiten und Homeschooling leichter und die ländlichen Räume für junge Gründerinnen und Gründer attraktiv. 2025 soll jeder Haushalt über schnelles Internet verfügen. Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete sollen bereits 2022 an eine gigabitfähige Infrastruktur angeschlossen sein. Dafür stehen in der Legislaturperiode rund 270 Millionen Euro zur Verfügung.

► Beruf und Familie: Betreuung, Bildung und Arbeit
Die Landesregierung schafft die Voraussetzungen für gutes Leben und Arbeiten in den ländlichen Räumen, indem Unternehmensgründungen, Fachkräftesicherung und Arbeitsplatzentwicklung vor Ort unterstützt werden.

► Lebenswerte Landschaften und regional erzeugte Nahrungsmittel
Die Landesregierung schützt Wälder, Flüsse, Wiesen und Felder und sorgt gleichzeitig für die Stärkung der heimischen Landwirtschaft. Dazu gehört der Aufbau von regionalen Verarbeitungsstrukturen und Absatzmärkten.

► Gesund durchs Leben: medizinische Versorgung
Eine wohnortnahe ärztliche Versorgung mit Haus- und Fachärzten ist auch in den ländlichen Räumen notwendig. Daher fördert die Landesregierung medizinische Versorgungszentren, stärkt die Attraktivität des Arztberufes auf dem Land und unterstützt die Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals. Die Einführung einer „Landarztquote“ im Hochschulzugang für das Studium der Humanmedizin soll dazu beitragen, weitere Medizinerinnen und Mediziner für die ländlichen Räume zu gewinnen.

► Gemeinsam stark: sozialer Zusammenhalt, Integration und Sport
Die Landesregierung unterstützt Bürgerinnen und Bürger, die sich in Sportvereinen, Feuerwehren, Verbänden oder der Kommunalpolitik in sozialen und kulturellen Projekten engagieren. Zur besseren Integration von Zugewanderten werden die Angebote des Landes neu strukturiert.

► Kreativ und vielfältig: Kultur abseits der Ballungsgebiete
Die Angebote der vielfältig gelebten Kultur sollen auch auf dem Land das Leben bereichern. Deswegen unterstützt die Landesregierung Theater, Museen und Musikschulen und setzt ein neues Förderprogramm für Wanderkinos auf. Das Projekt LandKulturPerlen stärkt und vernetzt kulturelle Projekte in den ländlichen Räumen.

► Tatkräftig durch kommunale Finanzen und Kooperationen
Mit dem Finanzausgleich, Kommunalinvestitionsprogrammen sowie einem kommunalen Beratungszentrum stärkt das Land die Kommunen. Das Beratungszentrum für Kommunen wird, unterstützt durch einen Förderlotsen, Kommunen, Vereine, Verbände sowie Unternehmen über bestehende Förderangebote des Landes, des Bundes und der EU gezielt informieren.

So geht es weiter: Dialogprozess

„Die Bürgerinnen und Bürger wissen am besten, was ihre Städte und Gemeinden im ländlichen Raum brauchen. Deswegen wollen wir gezielt das Engagement vor Ort fördern, um die dort nötigen Projekte und Rahmenbedingungen zu gestalten. Wir starten nun einen Dialogprozess mit Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Vereinen, Kommunalpolitikerinnen und -politikern, in dem wir Informationen weitergeben, Austausch ermöglichen und Anregungen für Neues aufnehmen“, erklärte Hinz.

Ab sofort steht die Online-Plattform www.land-hat-zukunft.de zur Verfügung, die alle Förderinstrumente darstellt und auf einer interaktiven Karte Best-Pratice-Beispiele sammelt. Sobald es wieder möglich ist, sollen ebenfalls regionale Veranstaltungen die Vernetzung und den Wissenstransfer stärken.

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