Kompetenzzentrum für „Klima- und Lärmschutz im Flugverkehr“

Mit dem bundesweit ersten Kompetenzzentrum „Klima- und Lärmschutz im Flugverkehr“ will die Landesregierung innovative Konzepte zur Zukunft des Luftverkehrs entwickeln. – Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir forderte weitere Anstrengungen für einen pünktlicheren Flugverkehr.

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Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir
Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir

„Hessen und die Rhein-Main-Region profitieren wirtschaftlich vom Frankfurter Flughafen, aber zugleich sind die Belastungen hier auch höher als an jedem anderen Flughafen in Deutschland“, sagte Al-Wazir bei der 250. Sitzung der Frankfurter Fluglärmkommission. „Wo, wenn nicht hier, ist daher der ideale Ort, um neue und besonders schadstoff- und lärmärmere Technik zu erforschen und zu entwickeln.“ In dem bundesweit ersten Kompetenzzentrum zum Klima- und Lärmschutz an Flughäfen sollen beispielsweise Modellprojekte gefördert werden, mit denen die Rahmenbedingungen für den Einsatz erneuerbar hergestellter synthetischer Kraftstoffe untersucht werden. Daneben sollen auch Modellvorhaben zur Intermodalität – also der Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger – gefördert.

Al-Wazir lobte bei der Jubiläumsfeier in Raunheim die Fluglärmkommission für ihren jahrzehntelangen Einsatz für mehr Lärmschutz. Die Landesregierung wolle die Arbeitsfähigkeit und Finanzierung dauerhaft über ein Landesgesetz sichern. „Wir wollen, dass die Fluglärmkommission auch in Zukunft eine unabhängige Rolle bei der Beratung von Fluglärmfragen spielt.“ Den Vorsitzenden der Fluglärmkommission, den Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe, bezeichnete Al-Wazir als einen verlässlichen Partner, wenn es um mehr Lärmschutz für die Anwohner geht.

Al-Wazir fordert weitere Anstrengungen gegen verspätete Flüge

Zugleich forderte Al-Wazir von der Luftverkehrswirtschaft, die Anstrengungen für den Lärmschutz zu intensivieren. „Was bisher auf den Weg gebracht worden ist wirkt zwar, es reicht aber noch nicht aus, zumal vieles davon erst mittelfristig wirkt“, sagte Al-Wazir nach dem zweiten Luftfahrtgipfel in Hamburg. „Uns steht damit wahrscheinlich ein weiterer verspätungsreicher Sommer bevor. Deshalb muss der heute beschlossene 24-Maßnahmen-Katalog entschlossen umgesetzt werden.“

Als Ansatzpunkte nannte Al-Wazir eine Stärkung der Bahn, um Kurzstreckenflüge auf die Schiene zu verlagern, sowie eine bessere Zusammenarbeit und Neuorganisation der Flugsicherungen in Europa. „Wären die technischen Systeme kompatibel, könnte man sich gegenseitig bei Engpässen aushelfen. Auch vom ‚Single European Sky‘ sind wir weiterhin weit entfernt. Wir brauchen hier mehr europäische Harmonisierung und weniger nationale Egoismen.“

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