Klimaschutz-Forstamt für Hessen

Hessen will die Klimaschutzfunktion im Wald stärken und diese in Einklang mit den anderen Funktionen des Waldes bringen, wie Umweltministerin Priska Hinz mitteilte. Das Klimaschutz-Forstamt Burgwald geht jetzt als Modellbetrieb voran. „Die Erkenntnisse, die wir hier gewinnen, wollen wir auf den ganzen Staatswald übertragen“, so Hinz.

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Umweltministerin Priska Hinz
Umweltministerin Priska Hinz

„Der Klimawandel ist in Hessen angekommen und wir sind gefragt unsere Anstrengungen beim Klimaschutz noch zu verstärken“, sagte Hinz weiter. „Dabei nimmt der Wald in Hessen eine besondere Rolle ein: Er ist zum einen Opfer des Klimawandels, aber gleichzeitig Klimaretter. Er speichert große Mengen an Kohlenstoff in Bäumen sowie in den Böden und produziert den nachhaltigen Rohstoff Holz. Neben dem Klimaschutz sorgt unser Wald für gesundes Wasser und guten Boden, er ist wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere und Erholungsraum für uns Menschen.“

Die Richtlinie für die Bewirtschaftung des Staatswaldes gibt fünf gleichwertige Ziele vor: Biodiversität, Klimaschutz, Rohstofferzeugung, Erholung, Arbeit und eine ausgeglichene Finanzlage. Im gesamten Staatswald wird seit Jahren der Klimaschutz bei allen betrieblichen Entscheidungen berücksichtigt und zahlreiche Maßnahmen für den Klimaschutz und die Klimaanpassung umgesetzt. „Ziel des Klimaschutz-Forstamtes ist es, darüber hinaus Maßnahmen zu ergreifen und herauszufinden, welche Maßnahmen einen positiven Effekt auf den Klimaschutz haben“, erklärte Hinz. Im Forstamt Burgwald soll nun die CO2-Bindung durch waldbauliche Maßnahmen gesteigert, die Speicherung von Wasser im Waldboden optimiert und der Schutz von Mooren verbessert werden.

Mischwälder sind stabiler

„Wir wissen bereits, dass Mischwälder stabiler sind gegenüber Klimaveränderung und optimale Voraussetzung für Klimaschutz bieten. Hierzu gehören ebenso Nadelbäume, die durch ihr schnelles Wachstum effiziente Kohlenstoffspeicher sind und häufig zu langlebigen Holzprodukten verarbeitet werden, was wiederum CO2 einspart. Dagegen sind Laubbäume widerstandsfähiger gegen Stürme und Hitze. Deshalb ist es wichtig, dass unterschiedliche Baumarten in einem Wald zusammenwachsen. Im Forstamt Burgwald soll nun der Fragen nachgegangen werden, welche Zusammensetzung von Baumarten optimal ist für Klimaschutz und Klimaanpassung“, erklärte Hinz. Der 14.000 Hektar große Staatswald im Forstamt Burgwald mit einem Anteil von 64 Prozent Nadelholz, bietet hierfür gute Ausgangsbedingungen, die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu untersuchen. Ebenfalls soll auf Vergleichsflächen erprobt werden, wie sich unterschiedliche Nutzungsintensitäten auf die CO2-Senkungswirkung in ober- und unterirdischer Biomasse, auf den Boden und Holzprodukte auswirken.

Wasserhaushalt verbessern und Moore schützen

„Damit Bäume das CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und lange binden können, müssen sie gesund bleiben und dafür brauchen sie genügend Flüssigkeit. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels, müssen wir uns auf weitere heiße und trockene Sommer einstellen. Deshalb ist es wichtig, den Boden unter dem Wald als Wasserspeicher zu schützen und zu stärken“, so Hinz.

Ebenfalls sollen im Forstamt Moore revitalisiert werden. „Moore sind Spezialisten des Klimaschutzes: Weltweit enthalten Moore mehr Kohlenstoff als alle Wälder dieser Erde zusammen. Sie speichern Kohlenstoff in Form nicht zersetzter Pflanzenteile und Moose und entziehen so der Atmosphäre das Treibausgas CO2. Außerdem halten sie das Wasser wie ein Schwamm im Boden. Etwa 30 Hektar ursprüngliche Moore befinden sind im Forstamt, deren Renaturierung wird seit Jahren vorangetrieben, weitere geeignete moorige Flächen werden in die Klimaschutzmaßnahmen einbezogen. Die Burgwaldmoore sind zum einen wichtige Lebensräume und leisten gleichzeitig einen unschätzbaren Beitrag zum Klimaschutz“, erklärte Hinz. „In der Vergangenheit die wurden die Burgwaldmoore trockengelegt, um sie land- und forstwirtschaftliche zu nutzen. Wir haben schon vor Jahren begonnen, die künstlichen Wasserabläufe aus unseren Mooren wieder zu verschließen“, sagte Forstamtsleiter Leicht, „in Zukunft suchen wir für zu erwartende Trockenzeiten zudem nach weitergehenden Möglichkeiten die Moore mit ausreichend Wasser zu versorgen“.

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