Hessisches Zentrum für Künstliche Intelligenz gegründet

„Um die Chancen für Wissenschaft, Wirtschaft und die Menschen in Hessen zu nutzen, setzen wir auf die besonderen Stärken der hessischen Hochschulen,“ erläuterte Wissenschaftsministerin Angela Dorn.

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Wissenschaftsministerin Angela Dorn
Wissenschaftsministerin Angela Dorn

Das vom Land geförderte neue Hessische Zentrum für Künstliche Intelligenz soll eine bundesweit einzigartige Bündelung von exzellenter Forschung, Praxisbezug mit Antworten auf wichtige Herausforderungen unserer Zeit und den Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft leisten. „Wir haben mit der Technischen Universität Darmstadt einen starken Standort für Grundlagenforschung, dicht gefolgt von den anderen Universitäten, die KI fachspezifisch erforschen, und wir haben an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften hervorragende praxisnahe Forschung“, hob Dorn hervor.

„13 Hochschulen haben gemeinsam das Konzept erarbeitet, mehr als 40 Partner aus Forschung und Wirtschaft wollen schon jetzt mit dem Zentrum zusammenarbeiten, erläuterte die Wissenschaftsministerin „Dank seiner Alleinstellungsmerkmale kann das Zentrum, wie die unabhängige Gutachterkommission ihm bescheinigt, eine hohe internationale Sichtbarkeit und Leuchtturmfunktion erlangen, die weit über die Landesgrenzen hinausreicht.“ Das Land richtet 20 zusätzliche Professuren ein und stellt dafür in der fünfjährigen Aufbauphase 38 Millionen Euro zur Verfügung.

Herausforderungen besser lösen

„Dank Künstlicher Intelligenz lernen Computer neue Fähigkeiten, mit denen wir Herausforderungen besser lösen können, ob zum Beispiel in der Medizin, im Umgang mit Umweltproblemen oder zur Bewältigung gesellschaftlicher Probleme“, so Dorn. „Darin steckt ein großes wissenschaftliches und wirtschaftliches Potenzial, und damit ist eine große Verantwortung verbunden.“

Besonderes Potenzial für die Anwendung Künstlicher Intelligenz

„In der hessischen Wirtschaftsstruktur steckt ein besonderes Potenzial für die Anwendung Künstlicher Intelligenz“, betonte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Schon jetzt nutzen in Hessen mehr Unternehmen KI als in anderen Bundesländern. 2018 waren es bereits fünf Prozent der hessischen Betriebe. Darauf wollen wir aufbauen, das wollen wir ausbauen.“ „Ein Schwerpunkt des KI-Zentrums liegt auf dem Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, zwischen Forschung und Anwendung. Damit wollen wir mehr Unternehmensgründungen ermöglichen“, sagte Al-Wazir und ergänzte: „Künstliche Intelligenz klingt abstrakt und kompliziert. Im Alltag aber begegnet sie uns immer mehr, ob bei der Gesichtserkennung am Smartphone oder bei der Einparkhilfe im Auto. „Für die Unternehmen wiederum wird KI zunehmend zu einem Motor für digitale Wertschöpfung. Das wollen wir in Hessen stärken und voranbringen.“

„Wir wollen in Hessen die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz maßgeblich mitgestalten und dabei ein besonderes Augenmerk auf die ethischen Fragestellungen legen“, führte Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus aus. „Der Einsatz der KI soll den Menschen dienen und sich an klaren ethischen Grundsätzen orientieren. Entwicklung und Anwendung von KI ist auf Basis einer freiheitlichen, demokratischen, verantwortlichen, transparenten und diskriminierungsfreien Grundhaltung in die Zukunft zu denken. Dabei ist der Anwendungsbezug bei der Erforschung von KI immer mitzudenken.“ Das Zentrum für KI wird deshalb eng mit dem Zentrum für verantwortungsbewusste Digitalisierung kooperieren.“

Hauptzentrum an der TU Darmstadt

Das Zentrum für KI wird als gemeinsame Einrichtung der 13 Hochschulen gegründet. Es wird ein Hauptzentrum an der TU Darmstadt, einen Nebenstandort an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und weitere regionale Standorte an den beteiligten Hochschulen haben. Das Zentrum und die 20 zusätzlichen Professuren sollen exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Hessen holen, bereits hier tätigen Forscherinnen und Forschern eine attraktive Umgebung bieten und den hervorragenden wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Es soll für Studiengänge aller Fachrichtungen KI-Module anbieten und eine Graduiertenschule aufbauen.

„Künftig können wir mit vereinten Kräften im internationalen Wettbewerb auftreten und Hessen so zu einem Zukunftslabor der KI-Forschung machen“, erklärte die Vorsitzende der Konferenz hessischer Universitätspräsidien und Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff. „Damit nehmen wir national und international eine Vorreiterrolle ein“, schloss Prof. Dr. Tanja Brühl, Präsidentin der Technischen Universität Darmstadt.

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