Hessische Gesundheitsindustrie definiert gemeinsame Ziele

Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Medikamenten sicherzustellen, steht nach den Worten von Ministerpräsident Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir „ganz oben auf unserer Agenda“.

01_26 Bouffier Al-Wazir R.jpg

Ministerpräsident Volker Bouffier, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir
Ministerpräsident Volker Bouffier, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir

Hessen ist einer der wichtigsten Standorte der Gesundheitsindustrie in Deutschland. Nirgendwo sonst haben Pharmaunternehmen und Hersteller von Medizinprodukten eine vergleichbare ökonomische Bedeutung für die Gesamtwirtschaft. Um weiter erfolgreich zu bleiben und den Herausforderungen für den hessischen Standort zu begegnen, hat sich die Initiative Gesundheitsindustrie Hessen bei der Sitzung des Lenkungskreises auf gemeinsame Ziele für die kommenden Jahre verständigt. „Wir wollen, dass die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Medikamenten sichergestellt ist. Das steht ganz oben auf unserer Agenda“, sagten Ministerpräsident Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.

Ländervergleich: Gold bei der Wirtschaftskraft

„Die hessische industrielle Gesundheitswirtschaft erreicht im Ländervergleich Gold bei der Wirtschaftskraft, Silber bei der Anzahl der Erwerbstätigen und Bronze als Produktionsstandort“, so Bouffier und Al-Wazir. „Sie trägt damit in hohem Maße zum Wohlstand unseres Landes bei. Das zeigen die aktualisierten Zahlen der heute vorgestellten IGH-Studie. Wir dürfen uns aber auf diesem Erfolg nicht ausruhen, sondern müssen die Wettbewerbsfähigkeit national und international weiter vorantreiben. Wir erleben, dass es schwieriger wird, unsere Bevölkerung mit preiswerten, aber qualitativ hochwertigen Arzneimitteln zu versorgen. Deshalb liegt ein Fokus auf der Stärkung des Produktionsstandortes und der verbesserten Versorgungssicherheit.“ Außerdem sollen unter anderem die Forschung gestärkt und E-Heath-Lösungen noch schneller etabliert werden.

Von Humanarzneimitteln über Medizinprodukte bis zu Anwendungen aus dem Bereich E-Health hat Hessen alles zu bieten. Rund 95.700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sorgen dafür, dass 4,2 Prozent der gesamten Wirtschaftskraft in Hessen durch die industrielle Gesundheitswirtschaft generiert werden – das bedeutet Platz 1 im Ländervergleich. Auch hinsichtlich des Erwerbstätigenanteils von 2,8 Prozent rangiert Hessen mit Platz zwei weiterhin auf einer Spitzenposition. „Für Forschung und Entwicklung gibt die hessische Gesundheitswirtschaft fünfmal mehr aus als der Durchschnitt der Unternehmen“, erklärte Al-Wazir. „Das ist auch im Bundesvergleich überdurchschnittlich. Sie exportiert Waren im Wert von 12,5 Milliarden Euro jährlich. Dies entspricht einem Anteil von 11,3 Prozent an den hessischen Ausfuhren.“

Chancen der Digitalisierung im Gesundheitssektor

Noch stärker genutzt werden sollen die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitssektor. „Die Medizin erlebt durch Künstliche Intelligenz (KI) und die Digitalisierung eine regelrechte Revolution. Beides eröffnet ein enormes Potenzial für die medizinische Forschung und Versorgung von Patienten. Wir werden deshalb die Forschungsexzellenz deutlich ausbauen, die geplanten 20 neuen KI-Professuren sind ein Baustein der Strategie“, erläuterte Bouffier. Weiter voran gehen soll es auch im Bereich E-Health. „Mit einer direkten Bruttowertschöpfung von über 530 Millionen Euro und rund 5.000 Erwerbstätigen zählt Hessen absolut betrachtet zu den größten E-Health-Standorten in Deutschland“, sagte Al-Wazir.

Hessen-Suche