Hessens Wälder weiter stabil trotz Hitze und Dürre

Der Gesundheitszustand des hessischen Waldes ist nach den Worten von Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser insgesamt stabil geblieben. „Trotzdem haben die Hitze und die lange Trockenheit des zurückliegenden Sommers den hessischen Wald besonders belastet“, sagte Tappeser bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2018.

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Dr. Beatrix Tappeser
Dr. Beatrix Tappeser

„Zu Jahresbeginn waren die Waldböden aufgrund der Winterniederschläge noch mit ausreichenden Wasservorräten versorgt“, erklärte Tappeser weiter. „Die extreme Trockenheit im Sommer hat dann jedoch zu mindestens 130 Waldbränden, einem vermehrten Absterben junger Bäume sowie ersten Trockenheitsschäden an älteren Bäumen geführt. Der langfristige Erhalt des hessischen Waldes mit all seinen Funktionen sind dauerhafte Aufgaben, die auch weiterhin unser volles Engagement erfordern. Die schon heute bei uns spürbaren Auswirkungen des Klimawandels erleichtern diese Aufgabe nicht gerade. Aber es verdeutlicht, dass es der richtige Weg ist, unseren Wald so umzubauen, dass er weniger anfällig wird für die klimatischen Bedingungen, die auf uns zu kommen.“

Gesundheitszustand der Bäume

Die Verlichtung der Baumkrone ist ein Indikator, um den Gesundheitszustand von Bäumen zu beurteilen. Je kleiner der Wert für die Kronenverlichtung, desto dichter sind die Baumkronen, desto gesünder sind die Bäume. Nach den Ergebnissen der diesjährigen Waldzustandserhebung ist die mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten und Altersstufen um zwei Prozent auf 24 Prozent leicht angestiegen. Maßgeblichen Einfluss auf das Gesamtergebnis hat der stabile Zustand der älteren Bäume der vier hessischen Hauptbaumarten Buche, Eiche, Fichte und Kiefer.

Schäden durch Sturm Friederike und Borkenkäfer

Am 18. Januar fegte das Orkantief „Friederike“, einer der stärksten Stürme des vergangenen Jahrzehnts, über Deutschland hinweg und richtete schwere Schäden an. Die Sturmholzmenge beträgt nach aktuellem Stand für ganz Hessen rund drei Millionen Festmeter, Schaden entstand hauptsächlich in Nordhessen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Holzeinschlag eines Jahres liegt für ganz Hessen bei etwa fünf Millionen Festmetern. Stehengebliebene Wälder sind durch angerissene Waldränder und Beschädigungen der Wurzelsysteme destabilisiert.

Aufgrund der extremen Sommertrockenheit und hoher Temperaturen haben sich die Fichtenborkenkäfer landesweit rasant vermehrt. Um den Befall weiterer Bäume zu verhindern müssen befallene Bäume schnell gefällt und aus dem Wald gebracht werden. Damit werden die Forstbetriebe bis weit in das nächste Jahr hinein intensiv beschäftigt sein. Inwieweit die außergewöhnlichen Witterungsereignisse des Jahres 2018 noch zu langfristigen Beeinträchtigungen und Schäden führen, werden erst die nächsten Jahre zeigen.

Waldbesitzende werden unterstützt

Sturmschäden und Käferbefall sind Ereignisse, mit denen erhebliche wirtschaftliche Einbußen für alle Waldeigentümer verbunden sind. Für die vom Sturm Friederike betroffenen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bietet das Umweltministerium Soforthilfen an. Die Landesregierung unterstützt kommunale und private Waldeigentümer beim Aufbau und Erhalt naturnaher und klimastabiler Wälder zum einen durch die forstliche Förderung. Zum anderen werden im Rahmen des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025 Empfehlungen zur Baumartenwahl und Bestandesbehandlung unter geänderten Klimabedingungen erarbeitet.