Hessen investiert in seine Schulen

Der Bildungsetat sieht über 900 neue Stellen vor. „Mit dem Haushalt 2020 stellt die Landesregierung die personelle Ausstattung der hessischen Schulen erneut in den Mittelpunkt ihrer Anstrengungen“, sagte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. „Investitionen in unsere Schulen sind Investitionen in die Bildung unserer Kinder und damit auch in die Zukunft Hessens.“

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Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz

„Wir stärken die Bildungssprache Deutsch, schaffen zusätzliche Kapazitäten in der Ausbildung neuer Lehrkräfte und stellen den Schulen sozialpädagogische Fachkräfte zur Unterstützung und Entlastung zur Verfügung“, so Lorz weiter. Er verwies auf den signifikanten Zuwachs in allen schulischen Bereichen, die der Bildungsetat für das Jahr 2020 vorsieht. Insgesamt steigt dieser mit rund 4,2 Milliarden Euro erneut auf ein neues Rekordniveau. Die Investitionen im Jahr 2020 entsprechen einer Steigerung von 158 Millionen Euro oder rund vier Prozent gegenüber dem Jahr 2019.

180 Stellen zur Stärkung der Bildungssprache Deutsch

Einen besonderen Schwerpunkt im Bildungsetat stellt die Stärkung der Bildungssprache Deutsch dar. 180 Stellen dienen dabei der im Koalitionsvertrag vereinbarten Ausweitung der Stundentafel in der Grundschule um eine zusätzliche Deutschstunde, die zum Schuljahr 2020/21 startet. Darüber hinaus werden damit die Deutsch-Förderkurse begleitend zum regulären Unterricht ausgebaut. „Wir alle wissen, dass bildungssprachliche Kompetenzen in der deutschen Sprache für alle Schülerinnen und Schüler die wesentliche Voraussetzung zum Lernen und für den Schulerfolg sind und daher herausragende Bedeutung bei der Verbesserung der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit haben“, sagte Lorz.

100 zusätzliche Stellen für neue Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst

Die Lehrkräftegewinnung ist eine der zentralen Herausforderungen in der Bildungspolitik in Deutschland. Ungeachtet der Tatsache, dass Hessen in diesem Bereich mit einem umfangreichen Weiterbildungsprogramm für Lehrkräfte anderer Lehrämter für den Einsatz in den Grundschulen und einer massiven Ausweitung der Studienplätze bereits gut aufgestellt ist, werden die Maßnahmen zur Lehrkräftegewinnung in diesem Jahr weiter intensiviert, um auch zukünftig ausreichend gut ausgebildete und qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung zu haben. Nachdem im Jahr 2019 bereits 200 zusätzliche Stellen für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst geschaffen wurden, folgen nun 100 weitere.

Erfolgsmodell sozialpädagogische Fachkräfte wird ausgeweitet

Eng verbunden mit den Maßnahmen zur Lehrkräftegewinnung sind die 700 zusätzlichen Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte, die den Schulen seit dem Jahr 2018 erstmals zur Verfügung stehen. „Damit entlasten wir unsere Lehrerinnen und Lehrer bei Tätigkeiten, die zusätzlich zum täglichen Schulunterricht anfallen. Hessenweit profitieren bereits heute mehr als 1.300 Schulen von unserer Investition“, so Lorz. „Darauf ruhen wir uns nicht aus, sondern stellen den Schulen weitere 140 Stellen für Sozialpädagogen zur Verfügung.“

Förderungen der digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler

Mit dem rund 500 Millionen Euro umfassenden Programm „Digitale Schule Hessen“ soll nicht nur die Ausstattung der Schulen auf den neusten Stand gebracht, sondern auch den digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler aller Schulformen zusätzlich Schwung verliehen werden. Zur konkreten Umsetzung im Schulalltag sind daher im Haushalt 34 neue Stellen sowie acht Millionen Euro für Sachkosten vorgesehen. Damit werden erstmals allen Lehrkräften in Hessen dienstliche E-Mail-Adressen zur Verfügung gestellt, der Ausbau des „Schulportals Hessen“ finanziert sowie die Lehrerfortbildung ausgebaut.

Weitere Investitionsschwerpunkte im Jahr 2020:
► Die Lehrerversorgung der Schulen mit 105 Prozent ist ein hessisches Erfolgsmodell, das auch 2020 fortgeführt wird. Damit dies gelingt, erhalten die Schulen 159 zusätzliche Lehrerstellen.
► Der in den vergangenen Jahren u.a. im „Pakt für den Nachmittag“ betriebene Ausbau der Ganztagsangebote wird mit 230 neuen Stellen weiter fortgesetzt.
► Für den sukzessiven Ausbau der inklusiven Beschulung, d.h. die Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen, werden an den allgemeinen Schulen zusätzlich 40 Stellen für Förderpädagogen bereitgestellt.
► Für schulische Fördermaßnahmen wie kulturelle Schwerpunktschulen, Familienklassen, Hochbegabtenförderung, Dyskalkulie und Legasthenie und Schulgesundheitsfachkräfte werden fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
► Für die Einrichtung und den späteren sukzessiven Ausbau pädagogisch-selbstständiger Schulen sind 15 zusätzliche Lehrerstellen vorgesehen.
► Der bundesweit einmalige Sozial- und Integrationsindex für Schulen, die in einem besonders schwierigen Umfeld arbeiten, wird von 740 Stellen um weitere 20 Stellen erhöht.
► Für die Entlastung von Schulleitungen und Lehrkräften sollen zusätzliche Verwaltungskapazitäten aufgebaut werden. Den Schulträgern werden hierfür über das Programm „Starke Heimat Hessen“ im Haushaltsjahr 2020 in einem ersten Schritt fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

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