Haus des Jugendrechts in Offenbach eröffnet

Hessen bekommt sein viertes Haus des Jugendrechts. Nach Frankfurt-Nord, Wiesbaden und Frankfurt-Höchst wurde jetzt das Haus des Jugendrechts in Offenbach am Main offiziell eröffnet. Damit setzt die Landesregierung ihre Strategie zur Bekämpfung der Jugendkriminalität fort.

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Justizministerin Eva Kühne-Hörmann
Justizministerin Eva Kühne-Hörmann

„Mit den Häusern des Jugendrechts setzen wir konsequent um, was wir uns vorgenommen haben: Die Jugendkriminalität zu bekämpfen, ohne die oft sehr jungen Opfer und Täter aus dem Blick zu verlieren“, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann. „Wir wollen und können hier Lebenswege beeinflussen. Dazu muss man konsequent sein und da, wo es notwendig ist, auch ganz klar ein Stoppzeichen setzen. Unser Ziel ist, kriminelle Karrieren im Keim zu ersticken. Deshalb ist es wichtig, dass die Strafe auf dem Fuße folgt.“

Innenminister Peter Beuth wies auf den großen personellen Einsatz der Polizei bei den Häusern des Jugendrechts hin. „Auch in Offenbach wird sich die Polizei mit großem personellem Einsatz engagieren. Insgesamt werden 22 Beamte in der Einrichtung vertreten sein. Wir sind von dem Konzept der Zusammenarbeit überzeugt. Gerade bei sehr jungen Straftätern können schon wenige Monate ausreichen, um kriminelle Karrieren zu festigen. Dem wollen wir durch ein intensives Eingehen auf die Täter, gute Informationsarbeit zwischen den unterschiedlichen Trägern und schnellen Entscheidungen entgegenwirken.“

Jugendkriminalität rückläufig

„Die Häuser des Jugendrechts sind nicht nur dazu da, möglichst schnell Ermittlungsverfahren abzuschließen, sondern die Vernetzung der zuständigen Stellen dient auch dazu, die präventive Arbeit im Bereich der Bekämpfung der Jugendkriminalität weiter zu verbessern“, sagte Kühne-Hörmann. „Oftmals haben die Häuser des Jugendrechts die Wirkung, dass Jugendliche sich schon an uns wenden, bevor Straftaten geschehen. Seit 2009 verzeichnen wir knapp 30 Prozent weniger Ermittlungsverfahren in Jugendsachen.“

„Dass die Häuser des Jugendrechts wirken, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Jugendkriminalität“, so Beuth. „Im letzten Jahr konnten wir hessenweit einen signifikanten Rückgang um 13 Prozent verzeichnen. Wir haben aus den positiven Erfahrungen der Häuser des Jugendrechts gelernt und in ganz Hessen die polizeiliche Bearbeitung von Straftaten durch Jugendliche vom Tatortprinzip hin zum Wohnortprinzip umgestellt. Dadurch haben unsere Schutzleute die jugendlichen Straftäter noch enger im Blick und können ihnen durch individuelle Konsequenzen möglichst früh aufzeigen, dass der eingeschlagene Weg der falsche ist.“

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