Gute Aussichten für stillgelegte Schienen

Die Wiederbelebung von in der Vergangenheit stillgelegten Bahnstrecken nimmt in Hessen Fahrt auf: Wie Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir erläuterte, haben sich die Rahmenbedingungen erheblich verbessert. In Hessen gibt es rund 80 ehemalige Schienenstrecken, die zum Teil seit Jahrzehnten nicht mehr befahren werden. Ein Arbeitskreis der Aufgabenträger des öffentlichen Nahverkehrs (Landkreis, kreisfreie Städte und Verkehrsverbünde) und des Landes prüft regelmäßig, welche Potenziale für Streckenreaktivierungen zur Angebotsverbesserung auf der Schiene bestehen. Inzwischen sind drei Vorhaben in der konkreten Planung, bei sieben weiteren wird die Machbarkeit untersucht. Im Stadium der Genehmigungsplanung und damit auf dem Weg zum Baurecht ist die mittelhessische Horlofftalbahn (Wölfersheim-Hungen): „Dort sollen Ende 2025 wieder regelmäßig Züge verkehren“, sagte Al-Wazir. Für die 14 Kilometer lange Lumdatalbahn (Lollar-Londorf) ist die Vorplanung abgeschlossen. Horloff- und Lumdatalbahn sind für das Finanzierungsprogramm des Bundes (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) angemeldet, das inzwischen eine Bundesförderung der Vorhaben mit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten ermöglicht. In der Genehmigungsplanung ist außerdem eine drei Kilometer lange innerstädtische Gleisverbindung zwischen dem Bahnhof Neu-Isenburg und dem Stadtzentrum, die Teil der künftigen Regionaltangente West werden wird. Machbarkeitsstudien laufen unter anderem für die Straßenbahn zum Kasseler Herkules, die mittelhessische Ohmtalbahn (Kirchhain nach Nieder-Gemünden) und die Strecke von Darmstadt nach Groß-Zimmern. Für die Aartalbahn von Wiesbaden ins rheinland-pfälzische Diez wird eine Machbarkeitsstudie vorbereitet.

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