Firewall für den Körper

Sozialminister Kai Klose hat eine Kampagne zur Steigerung der Impfquoten präsentiert. „Wir setzen auf kompetente Beratung und sensibilisieren die Öffentlichkeit für Impfungen und Gemeinschaftsschutz“, sagte er.

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Sozialminister Kai Klose
Sozialminister Kai Klose

Das Sozialministerium arbeitet seit Jahresbeginn intensiv daran, die Impfquoten mit einer Integrierten Landesimpfstrategie (ILIS) nachhaltig zu erhöhen und neue Wege zu suchen, um die Akzeptanz aller von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen zu steigern. Im Frühjahr wurde die öffentliche Diskussion um das Impfen mit dem geplanten Gesetz zur Masern-Pflichtimpfung erneut angestoßen, denn das nationale Impfziel, die Masern zu eliminieren, ist noch nicht erreicht.

„Die Gründe dafür sind Impflücken vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen, Impfmüdigkeit des Krankenhauspersonals oder fehlende routinemäßig Überprüfungen des Impfstatus‘ in ärztlichen Praxen“, erklärte Klose. „Wir setzen auf regelmäßige kompetente Beratung, wiederkehrende Erinnerung und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Schutzimpfungen und Gemeinschaftsschutz.“ Hierfür hat das Ministerium die Kampagne „Firewall für den Körper“ entwickelt, die im ersten Schritt Grundschüler und ihre Eltern anspricht und Informationsangebote in Kinderarztpraxen, im Gesundheitsamt und online bietet. Nach dem Impf-Piks gibt es ein hautfreundliches Klebetattoo als kleinen Anreiz zum Impfen.

Ziel ist, dass das Impfen selbstverständlich wird

Ein Schwerpunkt im Rahmen der Integrierten Landesimpfstrategie ist die verstärkte Information der Öffentlichkeit. Dafür werden bereits vorhandene Strukturen wie die Einschulungsuntersuchungen genutzt, bei der bereits nach dem Impfpass geschaut und eine Beratung durchgeführt wird. Damit aber alle Eltern das Ergebnis dieser Beratung auch vor Augen haben, wurden für die Gesundheitsämter Beratungsflyer entwickelt, die bei der Beratung ausgefüllt und den Eltern überreicht werden. Sukzessive werden ergänzende Module für andere Altersgruppen konzipiert. Ziel ist, dass das Impfen selbstverständlich wird und der Gemeinschaftsschutz, soweit er durch Impfungen erreicht werden kann, stärker ins Bewusstsein gelangt.

Ab Mitte November informiert das Sozialministerium mit der Kampagne „Firewall für den Körper“ über Impfungen, Immunisierung, Gemeinschaftsschutz und Gefahren schwerwiegender Infektionskrankheiten. „Der Schutzbegriff ‚Firewall‘ ist heutzutage gängiger Sprachgebrauch – weil niemand einen Systemabsturz riskieren möchte, werden entsprechende Schutzmaßnahmenergriffen. Das ist auch beim körpereigenen Immunsystem sinnvoll“, erklärt Minister Klose.

Startschuss für die öffentliche Kommunikation

Im November 2019 startet die Kampagne mit einem Informationspaket, das auf die Grundimmunisierung von Kindern im Einschulungs- und Grundschulalter ausgerichtet ist. Plakate in Gesundheitsämtern und Kindergärten sowie ein Info-Flyer, der bei den Schuleingangsuntersuchungen ausgegeben wird, informieren Eltern über die Vorteile des Impfschutzes und erinnern an vergessene Auffrischungen und Folgeimpfungen. Künftig soll die Kampagne Schritt für Schritt auch auf weitere Zielgruppen ausgeweitet und Info-Angebote für Jugendliche, Erwachsene und Senioren entwickelt werden.

Zudem wurde eine Website aufgebaut, die Informationen zu Infektionskrankheiten liefert, Einblick in das Impfsystem in Deutschland bietet und sich auch mit Impfeinwänden befasst.