Entscheidung für Nordmainische S-Bahn begrüßt

Als großen Fortschritt für die geplante Nordmainische S-Bahn hat Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die Hochstufung des Projekts im Bundesverkehrswegeplan bezeichnet. „Nun besteht eine konkrete Perspektive für den Bau“, sagte Al-Wazir. „Das ist eine gute Nachricht für die Pendlerinnen und Pendler im Rhein-Main-Gebiet.“

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Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir
Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir

Nun müssten schnell die Details der Finanzierung geklärt werden, so Al-Wazir. Der Ausbau der Schienenwege sei dringend nötig und trage auch dazu bei, das Straßennetz zu entlasten. Die Nordmainische S-Bahn wird Frankfurt mit Hanau verbinden. Eigene Gleise für die S-Bahn erlauben einen 15-Minuten-Takt und verkürzen die Fahrzeit, so dass eine attraktive Alternative zum Auto entsteht. Alle drei Abschnitte sind bereits im Planfeststellungsverfahren.

Mit der Nordmainischen S-Bahn sind noch eine Reihe weiterer Maßnahmen vom Potenziellen in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgerückt. Dazu zählen Arbeiten im Bereich des Bahnhofs Frankfurt-Stadion sowie in Richtung Zeppelinheim. Für Güterzüge sollen Ausbauten im Raum Aschaffenburg sowie in Darmstadt-Kranichstein die Möglichkeiten zur Umfahrung Frankfurts verbessern. Al-Wazir forderte eine rasche Realisierung dieser Maßnahmen.

Zudem umfasst die Liste einen zusätzlichen Fernbahntunnel, der von der Offenbacher Stadtgrenze – ungefähr parallel zum S-Bahn-Tunnel – unter dem Frankfurter Hauptbahnhof hindurch zur Niederräder Mainbrücke verlaufen soll. Fernzüge müssten dann nicht mehr im überirdischen Kopfbahnhof wenden.

„Der oberirdische Bahnhof bleibt dabei voll erhalten und steht für eine erhebliche Ausweitung des Nahverkehrsangebots zur Verfügung. Mit einer solchen Erweiterung hat Zürich sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagte Al-Wazir. „Gleichwohl ist sehr genau zu prüfen, ob ein solches Projekt in Frankfurt sinnvoll und machbar ist.“ Für die Maßnahmen im Knoten Frankfurt wird mit Gesamtkosten von ca. 5,5 Milliarden Euro gerechnet, davon knapp 1,3 Milliarden Euro für die Nordmainische S-Bahn.

Überlastetes Schienennetz als Hauptquelle von Verspätungen

„Das überlastete Schienennetz im Rhein-Main-Raum ist der gravierendste Engpass im deutschen Bahnnetz und deutschlandweit eine Hauptquelle von Verspätungen“, sagte Al-Wazir. „Nach langem Stillstand hat inzwischen der überfällige Ausbau begonnen. Der Ausbau des Homburger Damms – ein Nadelöhr bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof – läuft, die Verlegung der zusätzlichen Gleise für die S6 nach Bad Vilbel ebenfalls, die S-Bahn-Station Gateway Gardens ist im Bau. Bei der ICE-Neu- bzw. Ausbaustrecke Hanau-Fulda wird demnächst das Raumordnungsverfahren starten.“