Digitalisierung im Gesundheitswesen stärken

Das Förderprogramm zur digitalen Transformation soll coronabedingt um mindestens 40 Millionen Euro erhöht und damit verdoppelt werden. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat jetzt Aufruf für innovative Projekte im Bereich der digitalen Gesundheit gestartet.

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Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus
Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus

Sinemus verwies auf die Ausweitung des Förderprogramms Distr@l im Rahmen des Sondervermögens „Hessens gute Zukunft sichern“. Es ist vorgesehen, dass das Programm um mindestens 40 Millionen Euro für die Gestaltung der digitalen Transformation erhöht und damit verdoppelt wird. Ein besonderer Fokus des E-Health-Aufrufs liegt auf der Förderung von Projekten im Gesundheitswesen, die durch Anwendung neuer Möglichkeiten wie zum Beispiel der Künstliche Intelligenz (KI) überzeugen.

Innovative E-Health-Projekte

„Wir haben vor dem Hintergrund von Corona den Aufruf zu innovativen E-Health-Projekten vorgezogen und handeln jetzt beherzt und besonnen, um den Menschen mit intelligenten und digitalen Lösungen in dieser Zeit helfen zu können“, sagte Sinemus. „Der Schutz vor dem Virus gilt unserer ganzen Aufmerksamkeit und ich freue mich, dass bereits jetzt ein großer Teil der eingereichten Projekte einen direkten Bezug zu Corona haben. Mein Credo ist, dass Digitalisierung dem Menschen nutzen muss und nicht umgekehrt und ich bin davon überzeugt, dass im Zusammenspiel von Software, Sensorik, Medizintechnik und Künstlicher Intelligenz ganz neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten entstehen.“

Die bisherige Nachfrage belege, dass sich das Programm bereits nach kurzer Zeit etabliert habe, ergänzte Sinemus. Seit dem Start des Förderprogramms Distr@l Anfang des Jahres sind bereits über 120 Konzepte eingereicht und davon bereits 30 Projekte zur Förderung mit einem Gesamtfördervolumen von 8,4 Millionen Euro ausgewählt worden.

Unterstützung in der digitalen Transformation

„Bestehend aus insgesamt vier Förderlinien haben wir das Programm bewusst breit aufgestellt, um sowohl kleinen und mittleren Unternehmen in deren digitaler Transformation, aber auch junge Unternehmen beim Aufbau neuer digitaler Innovationen zu unterstützen. Zusätzlich beschleunigen wir mit dem Programm den Wissens- und Technologietransfer von den Hochschulen in die Unternehmen und stärken den Gründungsgedanken an Hochschulen. Drittens evaluieren wir die Projektergebnisse und können damit sicherstellen, dass die Förderung nachhaltig und somit auch in die Tiefe wirkt“, betonte Sinemus. „Damit leisten wir einen signifikanten Beitrag für die Herausforderungen im Bereich neuer digitaler Technologien und Innovationen sowie in der digitalen Transformation.“

Der E-Health-Aufruf adressiert alle vier Distr@l-Förderlinien und Anträge können ab sofort bis voraussichtlich zum 31.12.2020 eingereicht werden. Es wird damit insbesondere dazu aufgerufen, Projektideen sowohl für Machbarkeitsstudien und Innovationsprojekte zur Umsetzung neuer digitaler Produkte und Verfahren im Bereich E-Health einzusenden. Die Förderung kommt den hessischen kleinen und mittleren Unternehmen in Kooperation mit hessischen Hochschulen sowie insbesondere den Start-ups zu Gute und fördert Potenziale von KI und Digitalisierung gerade im Gesundheitswesen.

Über allem steht der Mensch

Der Erfolg des Förderprogramms zeige sich nicht nur durch die Entwicklung neuer Technologien. Über allem stehen der Mensch und der Nutzen für die Menschen. Dabei verwies die Digitalministerin auch auf das bereits geförderte Projekt der TU Darmstadt, die an einer Weiterentwicklung eines durch KI gesteuerten Rollstuhls („Walkerchair“) forschen, der es Menschen mit eingeschränkter Mobilität ermöglichen wird, nahezu alle Barrieren des Alltags selbstständig und sicher zu überwinden und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben signifikant erhöhen soll. „Die bisher eingereichten Ideen, neu zu denken, Strukturen aufzubrechen, generationen- und interessenübergreifend zu handeln, sind beeindruckend“, ergänzte Sinemus.

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