Delegationsreise nach Israel zur Vertiefung guter Kooperation

Digitalministerin Kristina Sinemus beendete ihre erste Delegationsreise nach Israel. Neben Abgeordneten aller Fraktionen des Hessischen Landtags nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Medien teil. Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit zwischen Hessen und Israel. Leitgedanke war, wie die Digitalisierung dem Menschen nützt.

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Prof. Dr. Kristina Sinemus
Prof. Dr. Kristina Sinemus

"Wir können viel vom pragmatischen Ansatz sowie der Geschwindigkeit und Kreativität der Israelis bei der Entwicklung von Ideen und der praktischen Umsetzung in erfolgreichen Geschäftsmodellen lernen“, stellte die Ministerin fest. „Die gute Kooperation zwischen Hessen und Israel zu vertiefen, ist unser Ziel.“ Ein Element sei der ‚International CyberLion for Cybersecurity Startups‘-Award, der ab dem kommenden Jahr Start-Ups aus Israel für eine Woche nach Hessen einladen würde.

„Ich verneige mich vor dem israelischen Volk"

Sinemus hat bei ihrem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einen Kranz niedergelegt und der Millionen Opfer gedacht. „Wir müssen die Erinnerung an die Opfer jetzt und in Zukunft wachhalten“, so die Ministerin. „Ich verneige mich vor dem israelischen Volk und den Opfern der Shoah.“

Insgesamt war ein umfangreiches Programm angesetzt worden. Bei zwei von 19 Terminen führte die Teilnahme eines Mitgliedes der AfD-Landtagsfraktion zur kurzfristigen Absage seitens der Gastgeber für die gesamte Delegation. Dabei handelte es sich um den Gesprächstermin im israelischen Wirtschaftsministerium sowie den Besuch bei der Hebrew University in Jerusalem. Bei weiteren Terminen wurde explizit der Abgeordnete der AfD-Fraktion ausgeladen: Hierbei handelte es sich um das Gespräch im Weizmann-Institut, welches von der Ministerin und den Vertretern der Wissenschaft wahrgenommen wurde, sowie um die Termine bei zwei Unternehmen aus dem Bereich Cyber-Sicherheit, welche vom Rest der Delegation besucht wurden. Ein weiterer Termin wurde seitens des Vortragenden kurzfristig aus terminlichen Gründen abgesagt, die nicht im Zusammenhang mit dem beschriebenen Sachverhalt stehen. Für einen der kurzfristig abgesagten Termine konnte ebenso kurzfristig ein Termin bei einem namhaften deutschen Software-Unternehmen angeboten werden. Hier stand thematisch das Thema Forschung und Entwicklung neuer Programme im Vordergrund.

„Eine Absage kam für mich nicht infrage."

„Die Regeln des Landtags besagen, dass alle Fraktionen an den Delegationsreisen teilnehmen können“, erläuterte die Ministerin und betonte: „In Israel sind wir zu Gast und respektieren das Hausrecht der Israelis. Der weit überwiegende Teil der Gespräche hat für die Delegation oder Teile der Delegation stattgefunden. Eine Absage kam für mich nicht infrage.“

Den Auftakt des Programms bildete als Teil der Initiative „Woman go digital!“ ein Austausch mit Frauen in Führungspositionen der israelischen Digitalwirtschaft.

Teilnehmer der knapp 30-köpfigen Delegation zogen ein Fazit:

Dr. phil. Isabella-Afra Holst, Senior Vice President Strategic Initiatives, Software AG zeigte sich begeistert von der Innovationskraft und der florierenden Gründerszene in Israel, die in dieser Form weltweit einmalig sei. Prof. Dr. Klaus David, Universität Kassel, unterstrich, wie interessant es sei, in Israel Anregungen zu bekommen und Kontakte zur Kooperation zu knüpfen. Für Carmen Lukoschek, leap in time GmbH, Spin-Off TU Darmstadt war es eine beeindruckende Reiseagenda, die Interdisziplinarität in der Digitalisierung auf den Punkt bringe. Und Philipp Weber, FPS Fritze Wicke Seelig Partnerschaftsgesellschaft von Rechtsanwälten, Frankfurt, stellte noch einmal fest: „Der Besuch von ganz unterschiedlichen Akteuren des israelischen Startup-Ökosystems hat eindrucksvoll gezeigt, warum Israel mit über 6.000 Startups zu Recht als Startup-Nation bezeichnet wird.“

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