Bestürzung und Kritik nach Verurteilung

Landtagspräsident Norbert Kartmann und Ministerpräsident Volker Bouffier haben zur Verurteilung der Trägerin des Hessischen Friedenspreises 2018, Şebnem Korur Fincancı, Stellung genommen. Am 28. November 2018 war der türkischen Ärztin Prof. Dr. Şebnem Korur Fincancı im Landtag der Hessische Friedenspreis der Albert Osswald-Stiftung für ihren Einsatz für die Aufarbeitung von Folter und Menschenrechtsverletzungen in der Türkei verliehen worden. Am 19. Dezember 2018 wurde Şebnem Korur Fincancı in einem Gerichtsprozess wegen „Terrorpropaganda“ zu 2 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie 2016 die Friedenspetition „We will not be a party to this crime“ unterschrieben hat. Kartmann zeigte sich bestürzt über das Urteil: „Für Şebnem Korur Fincancı hatte die Auszeichnung mit dem Hessischen Friedenspreis eine besondere Bedeutung und war Ansporn‎ für ihr weiteres Handeln. Şebnem Korur Fincancı ist eine mutige Frau, ich wünsche ihr viel Kraft bei ihrem unbeirrbaren Einsatz für den Frieden und die Menschenrechte.“ Auch Bouffier kritisierte die Entscheidung des Gerichts; „Ich habe Şebnem Korur Fincancı als entschlossene Persönlichkeit kennengelernt, die sich mit aller Kraft für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt. Ihre Verurteilung macht mich sehr betroffen. Wir brauchen Menschen wie sie, die sich unermüdlich für den Frieden engagieren – und dabei auch ein persönliches Risiko nicht scheuen.“

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