Beim Aufholen pandemiebedingter Lerndefizite unterstützen

Ministerpräsident Volker Bouffier sieht Hessens Schulen für das neue Schuljahr gut aufgestellt. „Wir haben bei der Vorbereitung für dieses Schuljahr alles dafür getan, dass Eltern ihre Kinder guten Gewissens in die Obhut unserer Schulen geben können“, sagte Bouffier bei der Einschulungsfeier der Lückebachschule in Pohlheim.

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Ministerpräsident Volker Bouffier zu Gast bei der Einschulungsfeier der Lückebachschule in Pohlheim
Ministerpräsident Volker Bouffier zu Gast bei der Einschulungsfeier der Lückebachschule in Pohlheim

Bereits vor den Ferien seien die Schulen über ein aktualisiertes Hygienekonzept sowie erweiterte Test- und Schutzmaßnahmen in den ersten Wochen nach Schuljahresbeginn informiert worden, so Bouffier. Zudem sei die Impfung der Lehrkräfte beinahe flächendeckend abgeschlossen und die der Kinder und Jugendlichen gewinne immer mehr an Fahrt. Letzteres unterstütze die Landesregierung mit besonderen Informationen zu Impf-Sonderaktionen für Schülerinnen und Schüler in den Sozialen Medien.

Schulbetrieb sicher machen

„Je mehr sich impfen lassen – egal ob im Impfzentrum oder bei einem niedergelassenen Arzt – desto besser sind auch alle anderen geschützt für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt“, sagte Bouffier. Jede zusätzliche Impfung helfe daher, den Schulbetrieb sicher zu machen. Das betreffe insbesondere kleinere Kinder sowie Schülerinnen und Schüler, wie an der an der Lückebachschule in Pohlheim, die noch keine 12 Jahre alt seien. „Daher rufe ich alle Eltern und Erziehungsberechtigten auf, die vielfältigen Impfangebote zu nutzen und auch mit ihren älteren Kindern über die Vorteile der Impfung zu sprechen.“ Alle Impfzentren böten derzeit ohne Termin Impfungen an. Ergänzend werde es spezielle, von den Schulämtern unterstützte Impfangebote für Schülerinnen und Schüler in den jeweiligen Kommunen vor Ort geben. Hinzu kämen die niedergelassenen Ärzte und Kinderärzte, die vor Ort unkompliziert Impftermine ermöglichten.

Bouffier machte beim Besuch klar, dass die Landesregierung die Schülerinnen und Schüler beim Aufholen pandemiebedingter Lerndefizite unterstütze. „Um Schülerinnen und Schüler beim Aufholen verpassten Lernstoffs zu unterstützen, haben wir das Förderprogramm „Löwenstark – der BildungsKICK“ mit Unterstützungsangeboten für Kinder und Jugendliche auf den Weg gebracht. Hessen stellt für das Programm allein in diesem Jahr 60 Millionen Euro aus dem Sondervermögen zur Bewältigung der Corona-Krise zur Verfügung“, so Bouffier. „Löwenstark“ besteht unter anderem aus Förderkursen, einer individuellen Lernbegleitung im Unterricht, Hausaufgabenbetreuung, Online-Nachhilfe, Lerncamps, Angeboten der kulturellen Bildung, Bewegungsangeboten sowie sozialpädagogischer und psychologischer Unterstützung. Unterstützt wird das Programm von einem dichten Netzwerk außerschulischer Kooperationspartner. Konkret stellt das Land den Schulen ab dem neuen Schuljahr ein gesondertes Budget zur Verfügung, das speziell für Aufholmaßnahmen verausgabt werden kann. Zusätzlich können die Schulen an zentral gesteuerten Maßnahmen teilnehmen, die separat finanziert werden. Bereits in den Sommerferien haben rund 40.000 Schülerinnen und Schüler von Löwenstark profitiert.

Sprachkompetenz ausbauen und Digitalisierung vorantreiben

Einen großen Schwerpunkt legt Hessen in den Grundschulen in diesem und den kommenden Schuljahren im Fach Deutsch. „Es ist uns ein Herzensanliegen, dass alle Kinder von Anfang an in der Schule mitreden können. Deshalb haben wir unsere vor einiger Zeit eingeführten Vorlaufkurse für Kinder mit Deutschförderbedarf verpflichtend gemacht. Außerdem bieten wir in der Grundschule für alle Schülerinnen und Schüler eine Unterrichtsstunde Deutsch zusätzlich an“, erklärte Bouffier. Zudem habe Hessen ein aktualisiertes, verbindliches Regelwerk zum Schreibenlernen veröffentlicht, das Lehrkräften wichtige Hilfestellungen bei der Vermittlung dieser grundlegenden Kompetenz an die Hand gebe.

Auch die Digitalisierung schreite kontinuierlich voran, unterstrich Bouffier. So sei ein Großteil der Schulen mittlerweile an schnelles Glasfasernetz angeschlossen, immer mehr Lehrkräfte erhielten ein Notebook oder Tablet zum Einsatz im Unterricht und auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler profitierten von der Ausstattung mit digitalen Endgeräten. „Ich gehe fest davon aus, dass die Digitalisierung unserer Schulen auch im neuen Schuljahr gut vorankommt. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern einen schönen Start und viel Erfolg für ihre Schullaufbahn“, so Bouffier.

In dieser Woche beginnt für 57.300 Erstklässlerinnen und Erstklässler in Hessen der sprichwörtliche „Ernst des Lebens“. Im neuen Schuljahr besuchen 761.500 Kinder und Jugendliche eine der hessischen Schulen. Dem stehen 55.540 Lehrerstellen gegenüber, und damit noch einmal mehr als im vergangenen Schuljahr.

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