Bauoffensive der Nassauischen Heimstätte

In Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Darmstadt und Umgebung wird die landeseigene Nassauische Heimstätte in den kommenden Jahren tausende bezahlbare Wohnungen bauen.

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Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir
Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir

„Knapp 5.000 Wohnungen, die meisten davon im Rhein-Main-Gebiet, sind bereits projektiert, teilweise schon im Bau und in die ersten Wohnungen können bereits in diesem Jahr Mieterinnen und Mieter einziehen“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. „Alle diese Wohnungen haben eins gemeinsam: Wir werden sie alle deutlich unter Marktpreis vermieten.“ Die Nassauische Heimstätte ǀ Wohnstadt ist die Wohnungsbaugesellschaft des Landes Hessen. Sie verfügt aktuell über knapp 60.000 Wohnungen, viele davon im Rhein-Main-Gebiet, wo es immer schwieriger wird, eine bezahlbare Wohnung zu finden. „Wir werden die Nassauische Heimstätte finanziell weiter stärken, damit sie ihren Bestand schrittweise weiter erhöhen kann. Unser Ziel sind 15.000 zusätzliche Wohnungen“, so Al-Wazir. „Damit alleine werden wir die Probleme auf dem angespannten Mietmarkt nicht lösen, aber es ist ein wichtiger Beitrag des Landes. Jetzt sind natürlich auch die weiteren Akteure gefragt: Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften ebenso wie private Investoren.“

Die Nassauische Heimstätte bietet tausende günstige Mietwohnungen an, die deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. In Frankfurt beispielsweise vermietet sie fast 14.000 Wohnungen für eine Durchschnittsmiete von 7,07 Euro. Auch in Darmstadt, Wiesbaden und Kassel liegen die Mieten deutlich unterhalb des Marktniveaus.

Neben den bezahlbaren Wohnungen, die die Nassauische Heimstätte über den freien Wohnungsmarkt anbietet, sind etwa 30 Prozent der Wohnungen zusätzlich durch das Land gefördert. Bei diesen Wohnungen ist die Miete nochmals deutlich verbilligt. Diese Sozialwohnungen sind für Mieterinnen und Mieter reserviert, deren Haushaltseinkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Bei einer vierköpfigen Familie liegt diese Grenze aktuell bei etwa 50.000 Euro im Jahr.

Sozialwohnungen in Hessen

Insgesamt ist die Zahl der Sozialwohnungen in den letzten zehn Jahren bundesweit deutlich gesunken. Von diesem bundesweiten Trend konnte sich auch Hessen nicht abkoppeln. „Das liegt nicht daran, dass wir Sozialwohnungen verkaufen. Das tun wir nämlich nicht“, so Al-Wazir. Vielmehr fallen jedes Jahr bundesweit zigtausende Wohnungen aus der so genannten Sozialbindung. Das heißt, der Eigentümer der Sozialwohnung ist nicht mehr länger verpflichtet, die Wohnung als Sozialwohnung anzubieten. Al-Wazir: „Diesen bundesweiten Trend, dass es Jahr für Jahr weniger Sozialwohnungen gibt als im Vorjahr, wollen wir in Hessen in dieser Legislaturperiode stoppen und umkehren.“

Al-Wazir kündigte an, dafür den Bau von Sozialwohnungen weiter anzukurbeln. Für den Bereich des geförderten Wohnungsbaus wird das Land insgesamt 2,2 Milliarden Euro mobilisieren. Das reicht, um über 20.000 geförderte Wohnungen für mehr als 60.000 Menschen zu bauen. Das Geld soll zudem genutzt werden, um Sozialwohnungen länger als bislang in der Sozialbindung zu halten.

In Hessen gab es Anfang 2018 gut 80.000 Sozialwohnungen. Das waren 5.000 weniger als im Vorjahr. Diese Wohnungen sind aus der Sozialbindung gefallen. Trotzdem bleiben die Mieten bei diesen Wohnungen über Jahre vergleichsweise günstig, denn Mieterhöhungen sind in den Folgejahren rechtlich gedeckelt. Das regelt die so genannte Kappungsgrenze, die für alle Mietverhältnisse gilt. Demnach dürfen Mieten innerhalb von drei Jahren um maximal 20 Prozent steigen, in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt wie etwa in Frankfurt liegt die Kappungsgrenze bei 15 Prozent. Das dämpft den Anstieg, gerade bei ehemaligen Sozialwohnungen, erheblich.

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