Ausbau des Ganztagsangebots an 250 Schulen

„Es freut mich sehr, dass im kommenden Schuljahr 250 Schulen ihr bestehendes Angebot erweitern oder neu an unserem Landesprogramm teilnehmen“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz bei der Vorstellung der neuen Zahlen zum Ganztagsausbau in Hessen. „Das ist eine bemerkenswerte Zahl und belegt, dass wir auf Qualität statt politisch motivierte Quantität gegen den Willen der Eltern setzen.“

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Alexander Lorz

„Wir investieren seit Jahren gezielt in den Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote an unseren Schulen", stellte der Minister fest. „Statt verpflichtender Ganztagsangebote setzen wir auf das Prinzip der Freiwilligkeit. Mit dem stetigen Ausbau fördern wir die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und kommen dem Wunsch vieler Eltern nach einem verlässlichen Bildungs- und Betreuungsangebot während der Schulzeit und in den Ferien nach, ohne dabei jemanden in den Ganztag zu zwingen.“

Im Schuljahr 2019/20 werden in Hessen 1.197 Schulen ganztägig arbeiten. Der Ausbau erfolgt wie bisher in den drei Profilen des Ganztagsprogramms sowie im „Pakt für den Nachmittag“. Profil 1 bietet Bildungs- und Betreuungsangebote an mindestens drei Wochentagen von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr, Profil 2 an allen fünf Schultagen von 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr bzw. 17.00 Uhr und Profil 3 Betreuung, Unterricht und verpflichtende Ganztagsangebote an fünf Tagen pro Woche in der Zeit von 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr bzw. 17.00 Uhr an. Der Pakt für den Nachmittag richtet sich ausschließlich an Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen und erfolgt in Kooperation mit den Schulträgern. Im Schuljahr 2019/20 arbeiten 611 Schulen im Profil 1, 224 Schulen in Profil 2 und 109 Schulen im Profil 3. Insgesamt nehmen 253 Schulen (+ 45) am Pakt teil.

„Schon jetzt profitieren mehr als 300.000 Schülerinnen und Schüler in Hessen von unseren Ganztagsangeboten“, so Lorz. „Dafür nehmen wir viel Geld in die Hand: Allein zum Ausbau unserer Ganztagsprogramme stellen wir insgesamt 3.300 Lehrerstellen zusätzlich zur regulären Unterrichtsabdeckung zur Verfügung. Das sind doppelt so viele wie zu Beginn der vergangenen Legislaturperiode.“ Nahezu die Hälfte der Schulen im Ganztag biete mittlerweile an fünf Tagen in der Woche Bildungs- und Betreuungsangebote an. Im neuen Schuljahr arbeiten darüber hinaus über 61 Prozent der Grundschulen ganztägig, was einer Steigerung von mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2013/14 entspricht. „Das ist ein klares Indiz dafür, dass wir dem Wunsch vieler Eltern nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachkommen und am systematischen Ausbau unserer Angebote arbeiten.“

Vom „Pakt für den Nachmittag“ zum „Pakt für den Ganztag“

Der aktuelle Koalitionsvertrag sieht die Weiterentwicklung des „Pakts für den Nachmittag“ in den „Pakt für den Ganztag“ vor, der die bestehenden Angebote weiter ausbauen und die Gebührenfreiheit bis mindestens 14.30 Uhr sicherstellen soll. Schon bald können Schulen in ganz Hessen eine sogenannte Teilbindung im Rahmen des Pakts anbieten. Schulen können zukünftig zwei Angebote in den Pakt-Schulen anbieten: Freiwillige (wie bisher) und gebundene (neu). Sieben Pilotschulen bieten das neue Modell im Schuljahr 2019/20 bereits an. Weitere werden folgen.

„Während der Bund bei der Berechnung der Kosten des Ganztagsanspruchs noch im Trüben fischt, schaffen wir in Hessen in enger Absprache mit den Schulträgern seit Jahren positive Tatsachen und sind auf einen möglichen Rechtsanspruch gut vorbereitet“, betonte Lorz. Dem Ausbau gebundener Ganztagsangebote (Profil 3) und dem „Pakt für den Ganztag“ komme dabei eine entscheidende Rolle zu.

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