Alternativen zu Abi-Note bei Zulassung zum Medizinstudium

Mit dem jetzt vom Landtag beschlossenen Gesetz über den Zugang zum Medizinstudium nutzt Hessen aus Sicht von Wissenschaftsministerin Angela Dorn klug die Spielräume des zwischen den Ländern ausverhandelten Staatsvertrages, um die von Schulnoten unabhängige Auswahl von Studienanfängern zu stärken. „Wir wollen den Hochschulen größtmögliche Freiräume bei der Weiterentwicklung der Auswahlverfahren geben, denn sie haben dafür die nötige Expertise. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass sie die Möglichkeit nutzen, neben der Abiturnote Kriterien wie soziale und kommunikative Kompetenzen, berufliche Vorerfahrung oder eine besondere Motivation für das Medizinstudium zu berücksichtigen.“ Das Bundesverfassungsgericht hatte 2017 entschieden, dass die Verteilung der Medizinstudienplätze sich am Kriterium der Eignung zu orientieren habe, dafür seien Wartesemester nicht geeignet. Das Gericht verlangte auch, dass Hochschulen neben der Abiturbestenquote Plätze nach anderen eignungsrelevanten Kriterien vergeben. Die Länder einigten sich dazu auf einen Staatsvertrag, der durch Landesgesetze ergänzt wird. „Im Staatsvertrag wurde eine zusätzliche Eignungsquote im Umfang von zehn Prozent der zu vergebenden Studienplätze eingeführt, die es Bewerbern ermöglicht, ihre Eignung anhand von schulnotenunabhängigen Auswahlkriterien nachzuweisen“, erklärte Dorn. „Wir hätten hier gern einen höheren Anteil gesehen und nutzen daher im Landesgesetz die Möglichkeit, nach der weitere bis zu 15 Prozent der im Auswahlverfahren der Hochschulen vergebenen Plätze ohne Berücksichtigung der Abiturnote verteilt werden können.“

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