12-Punkte-Plan zum Schutz der Wälder im Klimawandel vorgestellt

Die Landesregierung hat ein Sofortprogramm zum Erhalt und Schutz der hessischen Wälder aufgestellt. Der 12-Punkte-Plan fördert die Aufforstung der Wälder und sichert eine umfassende Unterstützung für die Beseitigung von Waldschäden zu, die durch Stürme, Dürre und Schädlinge entstanden sind.

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Wald in Hessen
Wald in Hessen

„Wir bringen ein umfassendes Maßnahmenpaket auf den Weg, damit sich der Wald an Klimaveränderungen besser anpassen kann und helfen den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern“, sagten Ministerpräsident Volker Bouffier und Umweltministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden. „Die Folgen des Klimawandels finden in unseren Wäldern real statt und verursachen erhebliche Schäden und Kosten. Mit der finanziellen Förderung können in den nächsten Jahren 100 Millionen Bäume für einen gesunden und starken Wald gepflanzt werden. Der Wald ist ein Schatz unserer Heimat, den wir bewahren müssen. Wir brauchen ihn als Erholungsraum für die Menschen, Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und auch als Wirtschaftsfaktor.“

Die Landesregierung wird bis 2023 insgesamt 200 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Waldes investieren. Sie hilft unter anderem privaten und kommunalen Waldeigentümern, die mitunter erhebliche Schäden durch Stürme und Trockenheit bewältigen müssen. Als Sofortmaßnahme unterstützt das Land die Betroffenen bei Aufräumarbeiten und Aufforstung mit fünf Millionen Euro jährlich. Bis 2023 werden in diesem Bereich insgesamt 25 Millionen Euro fließen. Darüber hinaus wird ein Härtefallfonds eingerichtet, mit dem Waldbesitzer ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen können. Er ist zunächst mit einer Million Euro ausgestattet. Für die Schadensbeseitigung im hessischen Staatswald erhält der Landesbetrieb Hessen Forst jährliche Mittel in Höhe von 20 Millionen Euro für die Jahre 2018 und 2019. Ab 2020 werden jährlich 30 Millionen Euro bereitgestellt.

Waldreiches Hessen

Hessen ist mit einem Waldanteil von 42 Prozent das waldreichste Bundesland. „Die Hessinnen und Hessen haben ein besonderes Verhältnis zum Wald“, sagte Bouffier. „Wir brauchen einen nachhaltigen Umgang, denn nur so tragen wir Sorge, dass kommende Generationen den Wald so erleben können, wie wir es tun. Wir erwarten, dass auch die Bundesregierung sich stärker engagiert und den Ländern und Waldbesitzern finanzielle Unterstützung zusagt.“

Hinz erklärte: „Durch die Trockenheit der letzten beiden Sommer sterben nicht nur Nadelbäume wie die Fichte, sondern mittlerweile auch Buchen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Dieser Entwicklung wollen wir noch entschiedener entgegentreten. Wir brauchen zum einen Sofortmaßnahmen, um den Wald zu schützen, aber auch mittel- und langfristige Maßnahmen. Unser Ziel sind klimastabile und vielfältige Mischwälder. Gleichzeitig müssen wir unsere Bemühungen für einen konsequenten Klimaschutz fortsetzen.“

Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass Leistungen von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern für die Gesellschaft, zur Daseinsvorsorge und für den Klimaschutz honoriert werden. Klimaangepasste, nachhaltig bewirtschaftete Mischwälder mindern das Risiko des großflächigen Waldsterbens und binden CO2. „Der Wald – so wie wir ihn kennen – wird sich in den kommenden Jahrzehnten stark verändern. Das müssen wir nutzen, um unseren Wald klimasicher und nachhaltig zu entwickeln und als ,Klimaretter‘ zu stärken. Denn wir wollen auch in den nächsten Jahren vom Lebensraum Wald profitieren“, sagten Bouffier und Hinz.

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