„Wir müssen die Klimakrise ernst nehmen“

Am letzten Tag ihrer Sommertour hat sich Umweltministerin Priska Hinz ein Bild von klimageschädigten Wäldern gemacht, einen Artenberater für eine seltene Schmetterlingsart im Biosphärenreservat Rhön besucht und einen Förderbescheid für eine Klimaschutzmaßnahme in Neuhof überreicht.

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Umweltministerin Priska Hinz
Umweltministerin Priska Hinz

„Die Stürme und die Trockenheit im vergangenen Jahr haben den hessischen Wäldern stark zugesetzt“, sagte Hinz bei ihrem Besuch in Hünfeld. „Auch dieses Jahr fehlt ausreichend Regen. Aktuell leiden Wälder und Bäume in nahezu allen Landesteilen unter Wassermangel und unter Trockenstress. Diese Schwächung führt zum Befall mit Pilzen oder Käfern. Zum Schutz der noch nicht befallenen Bäume müssen abgestorbene und befallene Bäume schnellstmöglich aus dem Wald gebracht werden. Seit Monaten sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von HessenForst im Einsatz, um dies zu schaffen.“

Absterben von Buchen

Im Forstamt Burghaun ist ein zunehmendes Absterben von älteren Buchen zu beobachten. Pilze und Insekten finden Eintrittspforten ins Holz und lassen die Buchen von der Krone her absterben. HessenForst arbeitet mit allen Kräften am Erhalt der Wälder. Neue Techniken helfen der Forstwirtschaft, mit den großen Herausforderungen umzugehen. Hinz: „Wir müssen die Klimakrise ernst nehmen. Hier im Wald sehen wir ihre Auswirkungen. Um den hessischen Wald zu schützen, setzen wir deshalb bereits seit Jahren auf eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und etablieren klimafeste Mischwälder. Auch kommunale und private Waldeigentümer werden vom Land im Rahmen der forstlichen Förderung beim Aufbau und Erhalt naturnaher und klimastabiler Wälder unterstützt.“

CO2-Austoß der Kläranlage Neuhof wird reduziert

In Neuhof werde ein äußerst effektiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Durch die Erneuerung des Rührwerks in der Kläranlage von Neuhof könne fast 80 Prozent Storm eingespart und damit der CO2-Austoß reduziert werden. Das Land unterstütze diese Maßnahmen mit 250.000 Euro.

Im Einsatz für seltene Arten in Hessen

Weiter besuchte Hinz im Biosphärenreservat Rhön den Artenberater für den Schwarzen Apollo. Artenberater und -beraterinnen werden in ganz Hessen vom Land beauftragt, seltene Tiere zu beobachten und Maßnahmen für ihren Schutz und den Erhalt des Lebensraums anzustoßen. In Hessen gibt es insgesamt 45 Artenberaterinnen und Artenberater. Für die Schmetterlingsart „Schwarzer Apollo“ ist ein Artenberater rund um den Gukai-See im Einsatz. „Laut Weltbiodiversitätsrat sind weltweit rund eine Millionen Arten vom Aussterben bedroht“, so Hinz. „Auch in Hessen gibt es zahlreiche bedrohte Arten.“
Von den rund 140 in Hessen vorkommenden Schmetterlingsarten werden ausgewählte Arten regelmäßig durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie untersucht. Viele sind in ihren Vorkommen rückläufig. Im Hohen Vogelsberg ist der Schwarze Apollo bereits ausgestorben. In der Rhön gibt es letzte Vorkommen. Zu den Maßnahmen zum Schutz der Schmetterlinge gehören der Verzicht auf Pestizide und Dünger und die Heuwiesenmahd in den Monaten Juni bis September. Auch die Feldflurprojekte des Landes und die Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ kommen den Schmetterlingen zu Gute, denn innerhalb dieser Programme entstehen zahlreiche Blühflächen als natürliche Lebensräume und Nahrungsangebot.

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