„Vereinbarung zügig zum Laufen bringen“

Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat die Einigung beim Digitalpakt begrüßt. „Mit der Einigung im Vermittlungsausschuss und der Entscheidung im Bundestag wurden in der vergangenen Woche wichtige Entscheidungen zur Digitalisierung der Schulen in Deutschland getroffen, die positive Impulse für unsere Schulen setzen werden“, erklärte Lorz.

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Prof. Dr. R. Alexander Lorz

Er freue sich, dass es in kurzer Zeit gelungen sei, mit dem Bund eine für alle Seiten tragfähige Grundgesetz-Änderung als Basis für die Umsetzung des Digitalpakts zu erzielen, sagte Lorz weiter. „Der Weg zu dieser Einigung über den Vermittlungsausschuss war aus Ländersicht unumgänglich. Dass er von allen sechzehn Ländern einstimmig gewählt wurde, kann als starkes Signal für den Bildungsföderalismus gewertet werden.“

Die nun vereinbarte Grundgesetzänderung ist eine gute Lösung, um die Kultushoheit der Länder zu wahren und gleichzeitig eine finanzielle Unterstützung der kommunalen Bildungsinfrastruktur zu fördern. Mitte März steht mit der Abstimmung im Bundesrat die letzte Hürde für diese Grundgesetzänderung an. „Es ist unser gemeinsames Ziel, den Digitalpakt zügig ins Laufen zu bringen, damit Schulen und Schulträger Planungssicherheit erhalten“, betonte Lorz.

Digitale Infrastruktur der Schulen in Hessen

Mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro Bundesmitteln ist der Digitalpakt ein substanzieller Schritt, um die Digitalisierung der Schulen voranzubringen. Aber die Mittel sind aus hessischer Sicht auch nicht der häufig suggerierte Quantensprung, mit dem von heute auf morgen Schule fundamental verändert werden könnte. Grund dafür ist, dass die Zahlungen des Bundes befristet sind. Nach derzeitigem Stand kann Hessen rund 372 Millionen Euro über die Gesamtlaufzeit von fünf Jahren erwarten. Das sind rund 74 Millionen Euro pro Jahr und entspricht rund 93 Euro je Schüler pro Jahr. „Diese Mittel nehmen wir gerne, denn sie unterstützen die Anstrengungen, die die Landesregierung bereits unternimmt, um die digitale Infrastruktur der hessischen Schulen noch stärker zu fördern“, sagte Lorz. Denn Hessen fange bei der Digitalisierung der Schulen schließlich nicht bei Null an, sondern könne auf zahlreiche Fördermaßnahmen verweisen.

Der Digitalpakt soll diese Programme nun sinnvoll ergänzen und verstärken. Grundsätzlich sollen die Finanzhilfen in die digitale Vernetzung der Schulgebäude fließen, in schulisches WLAN, die Ausstattung der Unterrichtsräume mit Präsentationstechnik, Cloudlösungen und Lernplattformen.

Primat der Pädagogik gegenüber digitaler Technik

Lorz betonte, dass die digitale Infrastruktur allein noch für keinen besseren Unterricht sorge und keine kompetenten Schüler mache. Sie stelle dafür nur die äußeren Rahmenbedingungen dar. „Von zentraler Bedeutung sind pädagogische Konzepte der Schulen und gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, damit digitale Technologien im Unterricht so eingesetzt werden können, dass ein pädagogischer Mehrwert entsteht. Dieses Primat der Pädagogik hat die Kultusministerkonferenz in ihrer Strategie ‚Bildung in der digitalen Welt‘ deutlich herausgestellt.“ Die Länder haben sich dabei auf zentrale Handlungsfelder verständigt, um Lehrkräfte zum didaktisch sinnvollen Einsatz von digitalen Medien und zum Aufbau von Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern zu befähigen.

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