„Unsicherheit ist eine Zumutung“

Europaministerin Lucia Puttrich hat skeptisch auf den Kompromiss des EU-Sondergipfels zum Brexit reagiert. „Mit der Verlängerung der Austrittsfrist bis zum 31. Oktober ist zwar Zeit gewonnen worden. Die ist ebenso schnell wieder zerronnen“, erklärte Puttrich. „Eine Lösung ist aber nicht in Sicht und die Briten werden ihre innere Zerrissenheit nicht heilen.“ Der verschobene Brexit werde die Europäische Union nun ein weiteres halbes Jahr blockieren. „Statt Klarheit herrscht weiter Unsicherheit, und das ist eine Zumutung. Deshalb ist jeder Tag dieser neuen Frist, der nicht genutzt wird, am Ende ein Gewinn.“ Nach Einschätzung Puttrichs braucht Großbritannien eine längere Phase der Selbstfindung außerhalb der EU, um seine eigenen Probleme zu lösen. Puttrich hält den getroffenen Kompromiss auch in den übrigen EU-Staaten für schwer vermittelbar. „Wie soll man den Menschen erklären, dass die Briten jetzt noch das Europäische Parlament mitwählen und danach natürlich versuchen werden, die europäische Politik der nächsten Jahre zu beeinflussen – um dann kurz darauf auszutreten?“

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