„Oberste Priorität, die Familien der Opfer nicht alleine zu lassen“

Ein halbes Jahr nach dem schrecklichen und rassistisch motivierten Anschlag in Hanau hat Ministerpräsident Volker Bouffier betont: „Es hat für uns weiterhin oberste Priorität, die Familien der Opfer in ihrer Trauer und ihrem Schmerz nicht alleine zu lassen. Wir müssen uns alle gemeinsam entschieden gegen Rassismus, Hass und Hetze in der Gesellschaft stellen.“ – Das Innenministerium startet das „Sonderförderprogramm Hanau 2020“.

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Ministerpräsident Volker Bouffier
Ministerpräsident Volker Bouffier

Es sei ihm ein persönliches Anliegen, mit den Familien der Opfer in Kontakt zu bleiben und den Dialog mit ihnen fortzuführen, so Bouffier. „Ich habe den Angehörigen der Opfer unmittelbar nach dem Anschlag am 19. Februar 2020 in Hanau meine tiefe Anteilnahme und mein Mitgefühl in einem persönlichen Gespräch ausgedrückt. Ich bin froh, nun erneut die Gelegenheit zu erhalten, zu erfahren, wie sie die vergangenen Monate erlebt haben, und über ihre Ängste, Sorgen und Bedürfnisse zu sprechen.“

„Rassismus, Hass und Hetze bekämpfen“

Ende August wird Bouffier die Familien zu einem weiteren Treffen empfangen. An dem Termin werden auch der Oberbürgermeister der Stadt Hanau, Claus Kaminsky, der Opferbeauftragte der Landesregierung, Prof. Dr. Helmut Fünfsinn, sowie Landespolizeipräsident Roland Ullmann teilnehmen. Bouffier hatte außerdem im März in der Staatskanzlei Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, welche die Belange der Opferangehörigen vertreten, empfangen.

„Was geschehen ist, macht uns auch ein halbes Jahr nach der schrecklichen Tat fassungslos und traurig. Hessische Mitbürgerinnen und Mitbürger haben bei dem Anschlag geliebte Familienmitglieder und Freunde verloren. Für sie wird das Leben nie wieder so sein, wie es war. Der Verlust ihrer Angehörigen schmerzt lebenslang“, sagte Bouffier. „Es ist unser aller Aufgabe, Rassismus, Hass und Hetze zu bekämpfen und uns jedem in den Weg zu stellen, der hier in unserem Land Zwietracht säen möchte. Die Erinnerungen an den schrecklichen Anschlag von Hanau werden bleiben. Sie haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt und werden uns weiter begleiten."

Trauerarbeit und Gedenken

Bereits unmittelbar nach dem Anschlag haben Landesregierung und Sicherheitsbehörden mit umfassenden Hilfs- und Begleitangeboten für die überlebenden Opfer und Hinterbliebenen reagiert. Dazu zählt insbesondere:
► Geschulte Polizeibeamte stehen den Opfern und Hinterbliebenen als Kontaktbeamte zur Seite. So haben die Betroffenen bis heute die Möglichkeit, sich an feste Ansprechpartner zu wenden.
► Benennung eines Opferbeauftragten des Landes, der für die Angehörigen jederzeit ansprechbar ist und Kontakte zu Opferschutzorganisationen vermittelt.
► Konkrete Hilfsangebote durch den maßgeblich vom Land getragenen Opferhilfeverein Hanauer Hilfe insbesondere in der Traumaverarbeitung und der Hilfestellung bei Anträgen und weiteren finanziellen Hilfen.
► Stärkung des Hessischen Informations- und Kompetenzzentrums gegen Extremismus (HKE). Dort stehen fast zehn Millionen Euro jährlich für unterschiedlichste Präventionsmaßnahmen bereit. (+3 Millonen im Vergleich zum Vorjahr)
► Der Bundesopferbeauftragte hat bislang bereits mehr als 1,3 Millionen an Härtefallleistungen an die Hinterbliebenen, Schwerstverletzten und unmittelbar Betroffenen des Terroranschlags ausgezahlt.
► Für die Opfer und Hinterbliebenen von Hanau wird zudem sehr zeitnah ein zusätzliches Hilfsprogramm des Landes gemeinsam mit der Stadt Hanau aufgelegt.

„Die Hessische Landesregierung wird den Hanauern auch künftig auf ihrem sicher weiterhin schwierigen Weg der Trauerarbeit und bei dem Gedenken an diese Tat zur Seite stehen. Wir wollen gemeinsam mit ihnen erörtern, wie wir nach vorne blicken und über die bereits bestehenden Programme der Landesregierung hinaus ein friedliches und von Vielfalt geprägtes Leben ohne Rassismus, Hetze und Hass in unserer gemeinsamen Heimat Hessen gestalten können“, sagte Bouffier.

Einen Überblick über die Maßnahmen nach dem Anschlag von Hanau bietet die vollständige Meldung der Landesregierung. Darunter
► Unmittelbare Unterstützung seitens der Polizei
► Überlebende Opfer und Angehörige werden gezielt angesprochen
► Enge Zusammenarbeit mit der Stadt Hanau
► Zusätzliche Schutzmaßnahmen nach dem Anschlag
► Vernetzung und Hilfsangebote der Opferschutzorganisationen
► Zusammenarbeit mit dem Opferhilfeverein Hanauer Hilfe
► 1,3 Millionen Euro an Härtefallleitungen bereits ausgezahlt
► Start des hessenWARN-Pilotprojekts in Hanau
► Mittel für Präventionsnetzwerk auf 10 Millionen Euro pro Jahr erhöht

Sonderförderprogramm Hanau 2020

Innenminister Peter Beuth hat die sofortige Einrichtung eines „Sonderförderprogramms Hanau 2020“ bekanntgegeben. Das Programm umfasst insgesamt 600.000 Euro aus Landesmitteln, die in den Jahren 2020 bis 2022 für die Arbeit mit Betroffenen des Anschlags vom 19. Februar 2020 in Hanau zur Verfügung gestellt werden. Die Mittel können ab sofort beantragt werden. Darüber hinaus stellt das Land der Stadt Hanau weitere finanzielle Unterstützung aus Mitteln des Landesausgleichstocks zur Verfügung.

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