„Null Promille für Lkw-Fahrer“

Für den Güterkraftverkehr muss in Deutschland nach den Worten von Innenminister Peter Beuth eine „Null-Promille-Grenze“ gelten. Er sprach sich für ein deutschlandweites Alkoholverbot für alle Berufskraftfahrer aus, die ein Fahrzeug mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 2,8 Tonnen führen. – Todesursache Nummer 1 auf Hessens Straßen ist erhöhte Geschwindigkeit.

Peter Beuth.jpg

Innenminister Peter Beuth
Innenminister Peter Beuth

Die hessische Polizei hat in diesem Jahr bei ihren bisherigen Kontrollen bewusst einen Schwerpunkt auf Alkoholkontrollen bei Lkw-Fahrern gelegt. Aus gutem Grund: In den letzten drei Jahren ereigneten sich in Hessen 382 Verkehrsunfälle, an denen alkoholisierte Lkw-Fahrer beteiligt waren. Dabei kamen vier Personen ums Leben, 29 wurden schwer und 101 leicht verletzt.

„Wer Alkohol getrunken hat, darf mit so einem großen und schweren Fahrzeug nicht am Straßenverkehr teilnehmen“, sagte Beuth. „Berauschte Fahrzeugführer gefährden sich selbst und ihre Mitmenschen. Für den Güterkraftverkehr muss in Deutschland eine Null-Promille-Grenze gelten. Es ist nicht nachvollziehbar, dass für einen 18-jährigen Fahranfänger mit seinem Kleinwagen null Promille gelten, ein Sattelzugfahrer seinen 40 Tonnen schweren Lkw aber noch mit bis zu 0,49 Promille im Blut fahren darf. Hier sehe ich dringenden gesetzlichen Handlungsbedarf und werde mich für eine Null-Promille-Regelung einsetzen.“ Kern der Initiative des hessischen Innenministers ist ein deutschlandweites Alkoholverbot für alle Berufskraftfahrer, die ein Fahrzeug mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 2,8 Tonnen führen.

Am 27. Januar hatte die hessische Polizei anlässlich großangelegter Präventionsmaßnahmen rund 1.200 Fahrer kontrolliert. 190 Personen hatten unter Alkoholeinfluss gestanden, 79 Fahrern musste der Fahrtantritt untersagt werden. Der Fokus lag dabei auf der Fahrtüchtigkeit der noch ruhenden Kraftfahrzeugführer. Bei den Kontrollen im fließenden Verkehr zwei Wochen später ergab sich bei drei Fahrern der Verdacht auf Alkohol und bei drei weiteren auf Drogen. Ein bulgarischer Lkw-Fahrer war da trauriger Spitzenreiter: 1,6 Promille zeigte der Atemalkoholtest bei seiner Kontrolle an.

Polizei hält Kontrolldruck hoch – Gezielt gegen Raser

Neben allen Versuchen, durch Aufklärung und Information eine Verhaltens- und Einstellungsänderung der Fahrzeugführer zu erreichen, wird die Polizei den Kontrolldruck hochhalten, um auch eine Verhaltens- und Einstellungsänderung durch die Sorge vor Strafen zu bewirken. Alle sieben hessischen Polizeipräsidien verfügen über eigene Geschwindigkeitsmessanhänger – die sogenannten „Enforcement Trailer“. Diese Geräte werden gezielt gegen Raser eingesetzt.

2018 sind bei Verkehrsunfällen in Hessen 239 Menschen ums Leben gekommen. Das waren 26 Todesfälle mehr als noch im Vorjahr. Der Langzeitvergleich zeigt aber, dass die Straßen heute deutlich sicherer sind als noch vor zehn Jahren. 2009 kamen 309 Menschen auf hessischen Straßen zu Tode. Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 4.630 auf dem Vorjahresniveau von 4.644 und ist im Zehnjahresvergleich ebenfalls deutlich gesunken (2009: 5.009).

Erhöhte Geschwindigkeit: Weniger Unfälle aber mehr Getötete und Schwerverletzte

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich deutlich weniger Unfälle aufgrund von erhöhter Geschwindigkeit ereignet. Jedoch ist die Anzahl der Getöteten aufgrund von erhöhter Geschwindigkeit im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal deutlich angestiegen, von 73 auf 81 getötete Menschen.

„Auch, wenn die Anzahl der Unfälle wegen zu schnellen Fahrens weniger als sechs Prozent an den Gesamtunfällen ausmachen, kann hier keineswegs Entwarnung gegeben werden“, sagte Beuth. „Erhöhte Geschwindigkeit ist Todesursache Nummer 1 auf Hessens Straßen. Jeder dritte Getötete, jeder vierte Schwerverletzte und jeder fünfte Leichtverletzte wird Unfallopfer aufgrund von zu schnellen Fahrens. Die Zahlen zeigen, dass Rasen kein Kavaliersdelikt ist. Es ist auch keineswegs ein Zeichen für eine besondere Dynamik oder Leistungsfähigkeit der Person, die am Steuer sitzt. Wer zu schnell fährt, gefährdet seine Mitmenschen und sich selbst und deshalb setzen wir bei zu schnellem Fahren bewusst den Schwerpunkt verkehrspolizeilicher Maßnahmen.“

Hessen-Suche