„Mehr Bio aus Hessen für Hessen“

Hessen fördert nach den Worten von Umweltministerin Priska Hinz „eine Landwirtschaft, die im Einklang mit der Natur arbeitet statt die eigenen Grundlagen aufzuzehren“. Der Ökolandbau gehe am schonendsten mit den natürlichen Ressourcen um und auch die konventionellen Betriebe entwickelten sich immer weiter und nutzten umweltschonende Methoden.

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Umweltministerin Priska Hinz
Umweltministerin Priska Hinz

„Um hier noch besser zu werden brauchen wir neue Ideen, Forschung und mutige Umsetzung“, sagte Hinz bei der Wissenschaftstagung ökologischer Landbau in Kassel. Die Tagung dient dem Austausch neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in enger Partnerschaft zwischen Wissenschaft, Beratung, Praxis und Agrarverwaltung. Wichtige Forschungseinrichtungen zum Ökolandbau sind in Hessen beheimatet. In Frankfurt sitzt das Forschungsinstitut für biologischen Landbau, und in Witzenhausen ist der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaft der Universität Kassel zu finden.

Die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen ist seit 1998 der Lehr- und Versuchsbetrieb der Universität Kassel. Auch die Justus-Liebig Universität Gießen forscht zu Ökolandbau und betreibt den Gladbacher Hof als Versuchsbetrieb. An der Hochschule Geisenheim wird der ökologische Weinanbau untersucht und weiterentwickelt. „Im Rahmen des Ökoaktionsplans unterstützen wir sowohl Innovationsbetriebe, als auch den Aufbau eines Praxisforschungsnetzwerks mit einer besonderen Förderung. Auch in der Forschung wollen wir den Ökolandbau stärken und uns dafür einsetzen, ein Leibniz-Institut für Agrarsystemforschung in Hessen zu etablieren. Deutschlandweit ist dies einzigartig“, erklärte Hinz.

Hessen fördert den Ausbau des Ökoanbaus

„Gerade der Ökolandbau hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt und zum Beispiel neue Erkenntnisse bei der Züchtung ohne Gentechnik oder Methoden zur Vermeidung von chemischen Spritzmitteln gesammelt. Diese kommen ebenso konventionellen Landwirten zu Gute, die umweltschonender anbauen.“ Das Land fördert den Ausbau des Ökoanbaus und verfolgt dabei das Ziel, bis 2025 die Ökolandbauflächen auf 25 Prozent zu erhöhen. Daneben werden alle Landwirte beratend und finanziell unterstützt, die grundwasserschonend, energieeffizient und tiergerecht arbeiten. Im Rahmen der Ökomodellregionen werden Vermarktungsstrukturen vor Ort erhalten und weiter ausgebaut, um die Landwirtschaft in Hessen zu stärken. „Mein Motto lautet: Mehr Bio aus Hessen für Hessen. Deswegen wollen wir die Ökomodellregionen auf ganz Hessen erweitern und Ökomodellland werden“, sagte Hinz.

Domäne Frankenhausen wichtiger Knotenpunkt

Vor der Tagung besuchte Hinz die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen. „Die Domäne Frankenhausen ist ein wichtiger Knotenpunkt im Öko-Netzwerk Nordhessens und Sitz des Trägervereins für die Öko-Modellregion Nord. Hier werden neue landwirtschaftliche Methoden entwickelt, zum Beispiel, wie mithilfe von Kompost Krankheiten bei Kartoffeln verhindert werden können. Eine Besonderheit des Betriebs ist auch, dass die Milchkühe mit Gras und Klee gefüttert werden und vollkommen auf Kraftfutter verzichtet wird. Im Juli finden hier wieder die bundesweiten Öko-Feldtage statt, bei denen neue Wege im Landbau und Innovationen in der Biolandwirtschaft präsentiert werden.“

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