„Hessen soll eine lebenswerte Heimat für alle Menschen sein“

Hessens Bevölkerung wächst: Lebten bei der Volkszählung 1987 noch ca. 5,5 Millionen Menschen im Land, waren es 30 Jahre später mehr als 6,2 Millionen. Prognose weiter steigend. Einblick in diesen demografischen Wandel und den Stand der hessischen Demografiepolitik gibt die erstmals von der Landesregierung herausgegebene Informationsbroschüre „Demografie in Hessen auf einen Blick“ auf Basis von Karten und Diagrammen.

wintermeyer_axel Quadrat.jpg

Staatsminister Axel Wintermeyer
Axel Wintermeyer

Denn hinter dieser Zahl steckt viel mehr: Sie bedeutet beispielsweise, dass die Hessinnen und Hessen erfreulicherweise immer länger leben und die Lebensentwürfe der Menschen in Stadt und Land vielfältiger werden. „Die Gestaltung des demografischen Wandels ist eine Daueraufgabe und heißt: Heute die Weichen für ein lebenswertes und attraktives Morgen unter sich ändernden Rahmenbedingungen stellen“, sagte der Chef der Staatskanzlei und Demografie-Beauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer. „Diese Herausforderung geht die Landesregierung seit vielen Jahren aktiv an. Hessen soll eine lebenswerte Heimat für alle Menschen sein – unabhängig davon, wo sie zu Hause sind. Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein. Grundlage dafür ist eine genaue Analyse des Ist-Zustandes und der Prognosen für die Zukunft. Diese machen wir in diesem Nachschlagewerk sehr kompakt, aber dennoch in ihrer gesamten Breite allen Interessierten zugänglich.“

Hessens Bevölkerung wächst

Dass Hessens Bevölkerung wächst, liegt in erster Linie an der Zuwanderung, vor allem aus anderen Ländern der Europäischen Union. Davon profitierten in den vergangenen zehn Jahren vor allem die Städte. Für Darmstadt und Frankfurt wird nun bis 2050 ein weiterer Bevölkerungszuwachs von zehn Prozent und mehr vorhergesagt, während die Einwohnerzahlen in den meisten ländlichen Regionen schrumpfen. Frankfurt ist beispielsweise derzeit bereits 40-mal dichter besiedelt als der Vogelsbergkreis.

43,8 Jahre alt sind die Hessinnen und Hessen im Durchschnitt. Die Städte bleiben jung, denn vor allem junge Menschen zieht es in die Ballungsräume. Das geringste Durchschnittsalter in Hessen haben die Menschen in Frankfurt: 40,7 Jahre, gefolgt von Darmstadt (40,8) und der Stadt Offenbach (40,9). Die im Schnitt älteste Bevölkerung haben der Werra-Meißner-Kreis mit 47 Jahren vor dem Vogelsbergkreis (46,6) und dem Landkreis Kassel (46,5). Bis ins Jahr 2050 wird der Altersdurchschnitt der Bevölkerungsschätzung zufolge überall steigen. Auf beispielsweise 52,9 Jahre im Vogelsbergkreis und 45,9 in der Stadt Offenbach.

Mit aktiver Demografie-Politik Gestaltungspotenzial nutzen

Um die mit diesen und vielen weiteren demografischen Veränderungen verbundenen Herausforderungen zu meistern, aber auch die dadurch entstehenden Gestaltungspotenziale zu nutzen, stellt die Landesregierung mit einer aktiven Demografie-Politik entscheidende Weichen. Dazu gehören: Fachkräfte für den starken Wirtschaftsstandort Hessen sichern, Rahmenbedingungen schaffen für ein gutes und selbstbestimmtes Leben im Alter, familienfreundliche Strukturen etablieren, für gleichwertige Lebensverhältnisse in den Städten und ländlichen Regionen sorgen.

„Hessen ist auf einem guten Weg bei der Gestaltung des demografischen Wandels. Wir haben einen klaren Kompass. Als starker und attraktiver Standort sorgen wir mit dem Ausbau des schnellen Internets sowie Bildungs-, Betreuungs-, Gesundheits- und Mobilitätsangeboten dafür, dass die ländlichen Regionen attraktiv bleiben und Jung und Alt nicht in die Ballungszentren abwandern müssen. Das hat viele Vorteile. Viele Menschen wissen beispielsweise gar nicht, dass die Arbeitslosigkeit auf dem Land am niedrigsten ist. Auch von einem Corona-bedingten Verlust der Beschäftigung waren die Erwerbstätigen in Nord- und Mittelhessen im Zeitraum von März bis Mai weit weniger betroffen als im Rhein-Main-Gebiet. Während in Frankfurt die Quote um 1,7 Prozentpunkte angestiegen ist, waren es im Vogelsbergkreis nur 0,2 Prozentpunkte“, erklärte Wintermeyer. „Die Broschüre zeigt die Vielfalt in Hessen, und dass es sich in allen Landesteilen gut leben lässt. Wir tragen mit unserer Politik dazu bei, dass dies so bleibt.“

Hessen-Suche