„Digitalisierung muss den Menschen dienen“

Der „Rat für Digitalethik“ hat sich unter Leitung von Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus zu seiner zweiten Sitzung getroffen.

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Prof. Dr. Kristina Sinemus
Prof. Dr. Kristina Sinemus

„Ethische Grenzen der Digitalisierung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger identifizieren und diese nicht überschreiten“ lautet das Motto des „Rates für Digitalethik“. Der Rat hat sich im vergangenen Herbst unter Leitung von Ministerpräsident Volker Bouffier konstituiert. Ziel ist es, eine Charta für Digitalethik, eine Leitplankenfunktion nicht nur für die Landesregierung, sondern als eine Art freiwillige Selbstverpflichtung für weitere Akteure zu entwickeln. Der Rat soll sich mit Fragestellungen im Zusammenhang autonomer Systeme, Künstlicher Intelligenz, digitaler Ethik, Datenschutz, Datensicherheit und Wettbewerb befassen.

„Digitalisierung muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Ich möchte die Digitalisierung aus diesem Grund in allen Lebensbereichen betrachten und ihre Auswirkungen auf die Menschen analysieren, unter anderem in der Medizin, der Pflege, in Arbeitsprozessen und der Bildung“, sagte Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus. „Dabei geht es nicht immer um die ganz großen Neuerungen, sondern auch um die kleinen Dinge wie den Einsatz von Drohnen in der Baubranche, den 3D-Druck des Orthopäden vor Ort zur Erstellung passgenauer Orthesen oder den Einsatz von Pflegerobotern. Jeder technische Fortschritt hat Auswirkungen auf die Menschen und geht einher mit ethischen Fragestellungen. Genau dafür brauchen wir dieses Gremium.“

Im „Rat für Digitalethik“ sollen zukunftsgerichtete und innovative Antworten auf die aktuellen Herausforderungen gefunden werden. Hierbei soll ein offener, konstruktiver und zukunftsgewandter Diskurs mit hochrangigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft gepflegt werden. Es ist geplant, dass sich die Mitglieder des Rates ein- bis zweimal pro Jahr persönlich treffen. „Wir müssen den technologischen Fortschritt gestalten. Das Know-how der Mitglieder aus den unterschiedlichsten Bereichen hilft dabei, die Politik der Digitalisierung in und für Hessen besser zu machen“, sagte Sinemus.

Brücke zwischen digitaler und analoger Welt

„Der ,Rat für Digitalethik‘ berät die Hessische Landesregierung dabei, unsere Politik der Digitalisierung in Hessen mit Blick auf die Bedürfnisse und Befürchtungen der hier lebenden Menschen zu gestalten: verantwortungsbewusst und integrativ“, erläuterte Bouffier jetzt bei der zweiten Sitzung des Gremiums. „Um die Arbeit des Rates noch stärker in die Politik der Digitalisierung einzubinden, habe ich den Vorsitz heute an Ministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus übergeben.“ Sinemus verwies darauf, dass Hessen als einziges Land ein solches Gremium eingerichtet und damit die Grundlage dafür geschaffen habe, eine Brücke zwischen der digitalen und der analogen Welt zu bauen.

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