„Die Herausforderungen unserer Zeit meistern“

Wissenschaftsminister Boris Rhein hat zum UNESCO-Welttag der Wissenschaft für Frieden und Entwicklung an die fundamentale Bedeutung der Wissenschaft für unser Leben erinnert.

Boris Rhein 1 R.jpg

Wissenschaftsminister Boris Rhein
Wissenschaftsminister Boris Rhein

„Eine freie Wissenschaft ist unentbehrlich für die Fortentwicklung unserer Gesellschaft“, sagte Rhein. „Zugleich prägt sie unser alltägliches Leben mehr als wir uns dies bewusstmachen. Sie hilft uns, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern und zukunftsweisende Lösungen zu finden – zum Beispiel im Kampf gegen Krankheiten, zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel sowie zur Entwicklung von neuen Technologien. Indem die Wissenschaft dieser Aufgabe verantwortungsvoll nachkommt, leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur Sicherung von Frieden und der nachhaltigen Entwicklung in unserer globalisierten Welt.“

Einfluss des Menschen auf den Planeten erforschen

Wissenschaftliche Einrichtungen aus Hessen leisten einen herausragenden Beitrag hierzu. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zum Beispiel erforscht den Einfluss des Lebens und des Menschen auf die Entwicklung unseres Planeten und ist mit ihrem ganzheitlichen Forschungskonzept weltweit einmalig. „Auch die Forschungsprojekte, die wir mit unserer Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz – kurz: LOEWE – fördern, sind nah an den Alltagsfragen der Menschen und konzentrieren sich auf Themen mit großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz“, sagte Rhein.

Konfliktforschung und Religionsfragen

Gerade im Rahmen der LOEWE-Förderlinie 2, der Förderung sogenannter LOEWE-Schwerpunkte, gibt es viele Beispiele dafür, wie die Forschung zur friedlichen Entwicklung und zur Lösung von Konflikten beitragen kann. Am LOEWE-Schwerpunkt „KöE – Konfliktregionen im östlichen Europa“ wird unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden neuen Ost-West-Konflikts erforscht, wie zukünftige Konfliktsituationen auf Basis aktueller Forschungsergebnisse schneller gelöst werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung – Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“ beschäftigen sich unter Federführung der Goethe-Universität Frankfurt mit der potentiell destruktiven Rolle von Religion und Religionen in einer durch Pluralität bestimmten globalisierten Welt. Gleichzeitig stellen sie die Frage, welches sinnstiftende Potential die Weltreligionen in historischer und grundlegender Betrachtung zur Begrenzung von Konflikten, Kriegen und Terror haben.

Auch für die Medizin ist Wissenschaft wesentlich. In Hessen befinden sich Partnerstandorte von vier Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, die Volkskrankheiten wie Krebs, Lungen-, Infektions- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersuchen. An den Gesundheitszentren werden Forschungsergebnisse beschleunigt in die klinische Praxis überführt. Außerdem gibt es Patientenforen, mit denen die Erkrankten in direktem Austausch mit den Wissenschaftlern stehen.

Land bietet hervorragende Bedingungen

Hervorragende Wissenschaft brauche hervorragende Bedingungen“, erklärte Rhein. Die Landesregierung habe gemeinsam mit den Hochschulen den Hochschulpakt für die Jahre 2016 bis 2020 unterzeichnet und damit finanzielle Planungssicherheit für die Hochschulen bis ins Jahr 2020 geschaffen. Der Hochschulpakt garantiere den Hochschulen des Landes über seine Laufzeit von fünf Jahren eine finanzielle Ausstattung von neun Milliarden Euro. „Das ist die größte Summe, über die die Hochschulen in Hessen jemals verfügen konnten“, so Rhein.