„Arbeitsplätze erhalten, Verkehrsbelastungen verringern“

Bei der traditionellen Sitzung des Hessischen Kabinetts auf dem Hessentag in Bad Hersfeld haben Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Stellvertreter, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Hessen als bedeutenden Logistikstandort hervorgehoben.

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Das Hessische Kabinett kommt traditionell auf dem Hessentag zusammen und trifft dort auch das Hessentagspaar und den Bürgermeister.
Das Hessische Kabinett kommt traditionell auf dem Hessentag zusammen und trifft dort auch das Hessentagspaar und den Bürgermeister.

„Mit insgesamt rund 252.000 Beschäftigten ist die Logistik ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, erklärten Bouffier und Al-Wazir. „Wir liegen im Herzen Europas und unser Land hat sich mit seinen Autobahnen, Schienenverbindungen und dem Frankfurter Flughafen zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickelt. Wir wollen die Arbeitsplätze und den Wohlstand erhalten, müssen aber auch die Belastungen, die durch den Verkehr entstehen, verringern.“ Gerade für Nordhessen sei die zentrale Lage ein wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte. Hier beschäftigt die Logistik-Branche inzwischen mehr als jeden zehnten Arbeitnehmer. „Die Aufgabe der Politik ist es, die Mobilität unserer Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen weiter zu sichern. Das schaffen wir zum Beispiel durch den Ausbau der A4 und der Bahnstrecke Fulda-Gerstungen. Gleichzeitig achten wir bei diesen Maßnahmen darauf, dass wir Lärm, Schadstoffe und CO2-Emissionen reduzieren“, betonten Bouffier und Al-Wazir.

Das Kabinett beschloss am Freitag auch eine Stärkung der Landesenergieagentur (LEA). „Sie wird zum Jahreswechsel ein eigenständiges Unternehmen werden und ihre wichtigen Aufgaben dadurch effizienter erledigen können“, so Al-Wazir. Die LEA berät Kommunen, Bürger und Unternehmen in allen Fragen des Klimaschutzes und der erneuerbaren Energien. Derzeit ist sie eine Abteilung der landeseigenen Hessen-Agentur, zum 1. Januar 2020 wird sie als Tochterunternehmen der Hessen-Agentur rechtlich selbstständig.

Darüber hinaus berieten die Regierungsmitglieder unter anderem über die Entwicklung des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, den Breitbandausbau in Nord- und Osthessen sowie über die Verlagerung von Arbeitsplätzen der Finanzverwaltung aus den Ballungszentren in ländliche Regionen.

Überdurchschnittliche Entwicklung des Arbeitsmarktes

„Der Kreis Hersfeld-Rotenburg weist seit Jahren eine überdurchschnittlich gute Arbeitsmarktentwicklung auf“, erklärte Al-Wazir. Die Arbeitslosenquote ist seit 2011 stets niedriger als im Landesdurchschnitt. Im März 2019 lag sie bei 3,8 Prozent (Landesdurchschnitt 4,5 Prozent). Die Wirtschaftsstruktur des Kreises ist geprägt von der Expansion der Logistik-Unternehmen. Zu seinen Standortvorteilen zählt die gute Verkehrsanbindung, die das Land gezielt weiterentwickelt. Von der 2015 begonnenen und auf sieben Jahre angelegten Sanierungsoffensive für Landesstraßen profitiert auch der Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

30 zusätzliche Arbeitsplätze für das Finanzamt Bad Hersfeld

Wohnortnahe Arbeitsplätze tragen zur Verringerung des Verkehrs auf hessischen Straßen und zum Schutz des Klimas und der Umwelt bei. „Arbeit zu den Menschen und in die Heimat“ bringen heißt die Strukturreform, die die hessische Steuerverwaltung noch schlagkräftiger macht und gleichzeitig Beschäftigten die Möglichkeit bietet, heimatnah zu arbeiten. Dies stärkt auch die ländlichen Regionen, in die die Arbeitsplätze gezielt verlagert werden. „Von dem Programm profitieren auch Beschäftigte, die in Bad Hersfeld oder der Region leben. Wir bringen rund 30 zusätzliche Arbeitsplätze ins Finanzamt nach Bad Hersfeld“, sagte Bouffier.

Breitbandausbau auf der Zielgeraden

Der flächendeckende Breitbandausbau in Nordhessen kommt sehr gut voran. „Wir sind auf der Zielgeraden“, betonte Bouffier. Inzwischen sind bereits rund 1.750 Kilometer der geplanten 2.000 Kilometer gebaut und mehr als 1.200 von 1.400 zu errichtenden Verteilerkästen, bis zu denen die Glasfaserleitungen führen, angeschlossen. „Nordhessen ist damit vorbildlich“, so Bouffier.

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